Riad droht Trump im Fall Khashoggi mit Eskalation

Jamal Khashoggi

Anfragen an die saudischen Behörden zu den Vorwürfen blieben unbeantwortet. Der Staatsschutz in Düsseldorf bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass er wegen der generellen Bedrohungslage seit Jahren in Kontakt mit Prinz Khalid und dessen Familie stehe.

Saudischen Fachkräften soll bei ihrer investigativen Arbeit am Körper von Jamal Khashoggi ein Fehler unterlaufen sein, der dazu führte, dass dieser verstarb. Die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichtete, das Königreich erwäge zu erklären, Khashoggi sei versehentlich während eines Verhörs von "schurkenhaften" Agenten getötet worden. Riad will angeblich beteuern, dass das Verhör nicht vorschriftsgemäß abgelaufen sei, die involvierten Personen hätte sich über Bestimmungen und Verfahrensabläufe hinweggesetzt. Er war aber in den letzten Tagen unter Druck von Parlamentariern beider Parteien geraten, die Sanktionen gegen Saudiarabien fordern.

Dass die US-Regierung bereit ist, den Fall Kaschoggi nicht zum Anlass einer ernsten Krise in den Beziehungen zu Riad zu machen, liegt an der wichtigen Rolle der Saudis als Verbündete. "Es ist nicht die richtige Zeit, darin involviert zu werden". Das Dementi des Königs sei "sehr, sehr stark" gewesen, sagte Trump am Montag. Die Führung in Riad setzt offenbar darauf, dass US-Präsident Donald Trump und andere Spitzenpolitiker sich das Wohlwollen der Monarchie erhalten wollten. US-Präsident Donald Trump hatte gedroht, dass Saudi-Arabien mit einer "schweren Bestrafung" rechnen müsse, wenn Khashoggi - der im Exil in den USA lebte - von einem saudischen Kommando getötet worden sein sollte. Die türkische Seite hatte schon nach kurzer Zeit behauptet, der Regimekritiker sei im Konsulat ermordet worden. Saudi-Arabien habe dazu ein 15-köpfiges Killerkommando einfliegen lassen. Sie stellten Bodenproben aus dem Garten des Konsulats und eine Metalltür zur weiteren Untersuchung sicher.

Khashoggi ist seit einem Besuch des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul am 2. Oktober verschwunden. Türkische Ermittler gehen davon aus, dass der Journalist und Regierungskritiker in dem Gebäude von Agenten seines Heimatlandes ermordet wurde.

Mohammed bin Salman
Der saudische Kronprinzen Mohammed bin Salman

Am Sonntag hatten bereits Deutschland, Frankreich und Grossbritannien in einer gemeinsamen Erklärung von Saudi-Arabien Aufklärung gefordert. Anschließend sei seine Leiche zerteilt worden. Am Mittwoch soll er dann in die Türkei reisen und dort Außenminister Mevlüt Cavusoglu treffen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Diese Bedeutung ist mit dem Aufstieg von Thronfolger Mohammed bin Salman, der sein Land wirtschaftlich modernisieren und von der Abhängigkeit vom Öl befreien will, noch gestiegen. Erst nach einem Telefongespräch zwischen Erdogan und Salman wurde Einlass gewährt.

Khashoggi, der unter anderem für die "Washington Post" Kolumnen schrieb, wollte auf dem Konsulat Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abholen. Er könne nur berichten, was der König ihm gesagt habe. Nichts ist sicher, weil der Einsatz sehr hoch ist.

Trump fügte weiter an, dass "Schurken-Mörder" hinter dem Verschwinden des Journalisten stecken könnten.

Was wird Carsten Kühntopp vom ARD-Studio Kairo sagen, der Anfang Mai noch davon ausging, dass Saudi-Arabien dank des Kronprinzen Mohammad Bin Salman "viel besser ist als sein Ruf"?

Related:

Comments

Latest news

USA Trump: Kein Deal für Freilassung von Pastor
Mit dem Fall vertraute Personen sagten aber, sie beinhalte eine Zusage der USA, wirtschaftlichen Druck von der Türkei zu nehmen. Brunson dankte dem US-Präsidenten für seine Bemühungen und sagte, dass er und seine Ehefrau viel für den Präsidenten beteten.

Warnung vor "globaler Revolte": Stephen Hawkings letzte Botschaft an die Menschheit
Supermenschen übernehmen die Macht, und die Erde geht unter: Stephen Hawking hinterlässt der Menschheit eine düstere Prophezeiung. Der britische Astrophysiker Stephen Hawking verstarb im März im Alter von 76 Jahren.

"Alles was zählt": Schock für die Fans! Dieser Serien-Liebling steigt aus
Schon in der ersten Folge schwebte Tanja Szewczenko als Diana Sommer bei " Alles was zählt " übers Eis. Die allerletzte Folge mit der sympathischen Schauspielerin soll am 23.

Ceconomy trennt sich von Vorstands- und Finanzchef | Wirtschaft
Auf der anderen Seite blieb der Lebensmittelhändler Metro mit den gleichnamigen Großmärkten und der Supermarktkette Real. Der Aufsichtsrat hat sich mit dem bisherigen Vorstandschef Pieter Haas auf eine sofortige Trennung verständigt.

Abgasmanipulationen: Rückruf von 100.000 Opel-Autos steht kurz bevor
Opel musste sich im Juli gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt zur Funktionsweise einer Abschalteinrichtung in drei Modellen äußern. Zuvor mussten bereits Autohersteller wie VW wegen unzulässiger Abgastechnik Diesel-Fahrzeuge verpflichtend zurückrufen.

Other news