Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Kölner Geiselnahme

Kölner Hauptbahnhof über dts Nachrichtenagentur

Die Frau wurde bei der Geiselnahme leicht, der Täter beim Zugriff schwerst verletzt, berichtete die Polizei am Nachmittag.

Am Tag nach dem blutigen Geiseldrama im Kölner Hauptbahnhof werden immer mehr Einzelheiten über den mutmaßlichen Täter bekannt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag bekanntgaben, hatte der Täter eine "beachtliche Menge" an Benzin und Gaskartuschen bei sich, die Ermittler in der McDonalds-Filiale fanden.

Am Tatort wurden zudem Papiere eines 55 Jahre alten Syriers gefunden worden. Er habe eine Aufenthaltsgenehmigung bis zum Juni 2021. Seine Frau lebt noch in Syrien, sein Sohn und sein Bruder sind in Deutschland. "Zweimal wurden Anträge auf Einreise nach Deutschland gestellt, die jeweils abgelehnt wurden", so Becker. Einer von ihnen wurde bereits von den Ermittlern befragt.

Die Geisel sei befreit, sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei. Er wurde notoperiert, ist nun aber außer Lebensgefahr und liegt im Koma.

Die eingesetzten Kräfte eines Sonderkommandos konnten den Geiselnehmer durch gezieltes und beherztes Eingreifen daran hindern, seine in der Apotheke genommene Geisel wie das 14-jährige Mädchen zuvor mit einem Brandsatz anzuzünden.

Der Mann sei in der Vergangenheit "kriminalpolizeilich umfangreich in Erscheinung getreten", sagte Becker. Er habe in einer Flüchtlingsunterkunft gelebt und sei aus psychischen Gründen nicht in der Lage gewesen, einer Arbeit nachzugehen. Der Benzingeruch sei so stark gewesen, dass die Wohnung von der Feuerwehr gelüftet werden musste. Sinngemäß, so Becker weiter, habe an einer Wand gestanden: "Gott ist groß, Mohammed sein Prophet". Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und Geiselnahme. Noch habe die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen nicht übernommen, spreche aber von einer besonderen Bedeutung des Falls. Über den Kurznachrichtendienst Twitter rief die Kölner Polizei am Dienstagmorgen Zeugen dazu auf, "unter nrw.hinweisportal.de Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten". Ersten Ermittlungen zufolge stammt der Mann aus Köln-Neuehrenfeld.

Vor der Geiselnahme in der Apotheke hatte der Mann in dem Schnellimbiss ein Molotowcocktail gezündet. "Er wollte offensichtlich mehrere Personen schädigen", sagte Kripo-Chef Becker. Kunden, die am Montag nicht weitergekommen seien, hätten Taxi- und Hotelgutscheine bekommen. Er selbst erlitt schwerste Verletzungen. Durch den Brandanschlag wurde die Sprinkleranlage ausgelöst. Der Täter flüchtete in eine nahegelegene Apotheke. Grund dafür ist eine Geiselnahme in einer Apotheke im hinteren Bereich des Bahnhofs. Er wählte sie zufällig aus. Weitere Details waren der Polizei zunächst nicht bekannt. Bei sich hatte er unter anderem einen Koffer, in dem sich präparierte Gaskartuschen und Brandbeschleuniger befanden. Wären diese explodiert, hätte das fatale Folgen gehabt. Am Mittag teilte die Bundesanwaltschaft mit, der Mann könnte aus terroristischen Motiven gehandelt haben.

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