Handelskrieg: Chinas Wachstum fällt unerwartet stark

Voll automatisiertes Containerschiffterminal im chinesischen Yangshan

Vor dem Hintergrund des Handelskrieges mit den USA ist Chinas Wachstum unerwartet stark zurückgegangen. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent zu, wie aus am Freitag vorgelegten offiziellen Daten hervorging.

Der Handelskonflikt mit den USA dürfte die chinesische Konjunktur in den kommenden Monaten noch stärker beeinflussen. Der Außenhandel hatte sich im dritten Quartal allerdings noch als überaus robust erwiesen, so dass fraglich ist, wie weit sich das Wachstum abgeschwächt hat.

Die USA schalten im Handelsstreit mit China, der EU, Kanada und Mexiko nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters die Welthandelsorganisation (WTO) ein. "Zugleich müssen wir auch sehen, dass die externen Herausforderungen deutlich zugenommen haben", sagte der Sprecher des Statistikamts, Mao Shengyong. Sie hatten mit 6,6 Prozent gerechnet nach einem Plus von 6,7 Prozent im Vorquartal. Investitionen in den ersten neun Monaten des Jahres sowie die Einzelhandelsumsätze im September legten dagegen mehr als erwartet zu.

Das bisherige Wachstum liegt gleichwohl weiter über der vorsichtigen Vorgabe der Regierung von rund 6,5 Prozent für das Gesamtjahr. So versuche sie, dem Wachstum etwa durch Infrastrukturprojekte neue Impulse zu geben.

Durch den Handelskrieg und die hohe Verschuldung sei China "mit einer Kombination von externen und internen Risikofaktoren konfrontiert", sagte Zenglein. Peking sei zum Handeln gezwungen. Auch sinke die Zuversicht der Marktteilnehmer, berichtete Liu Yuanchun, Wirtschaftsprofessor der Pekinger Volksuniversität. Die Zeichen sind unübersehbar: Die Industrieproduktion im produzierenden Gewerbe wächst seit fünf Monaten in Folge langsamer.

Der Kampf gegen die Verschuldung und Finanzrisiken erhöht die Kreditkosten für Unternehmen. "Die Wirtschaft ist beeinträchtigt durch einen langsameren Trend bei Investitionen und im Konsum". Er beschrieb die Wirtschaft zwar als "ziemlich stabil und weitgehend kontrollierbar", rechnet aber auch damit, dass sich der Handelskrieg im vierten Quartal noch spürbarer auswirken wird.

Als Vergeltung hat China Sonderzölle auf Einfuhren aus den USA im Wert von 110 Mrd. Zudem droht er mit einer Erhöhung der Zölle. Trump fordert von Peking eine größere Marktöffnung, ein Ende staatlicher Subventionen und ein wirksames Vorgehen gegen Technologiediebstahl. Wesentlich mehr geht nicht, weil die USA im vergangenen Jahr nur für rund 130 Mrd. Die Gespräche zwischen beiden Seiten liegen auf Eis - jeder wartet offenbar auf ein Entgegenkommen des anderen. Doch werden sich Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping auf dem Gipfel führender Wirtschaftsnationen (G-20) am 30. November und 1. Dezember in Buenos Aires in Argentinien treffen.

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