Irak - Siemens baut Stromnetz im Irak aus

Joe Kaeser

Am Sonntag begrüßte Bareiß die Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Mit dem Zuschlag setzte sich Siemens gegen den US-Konkurrenten General Electric durch. Denn auch GE meldete am Sonntag, eine Reihe von "Grundsätzen der Zusammenarbeit" unterzeichnet zu haben. Auf US-Seite soll sich Präsident Trump eingeschaltet haben und der Regierung in Bagdad im Gegenzug für den Auftrag eine "pragmatische" Lösung für das Problem angeboten haben, dass der Irak entgegen den US-Interessen Erdgas für die Stromerzeugung aus dem Nachbarland Iran bezieht.

Allerdings heißt das noch nicht, dass der Auftrag dadurch automatisch an Siemens geht. Es gibt Kurz-, Mittel- und Langfristziele. Damit sind laut Branchen-Insidern weiterhin beide Pläne im Rennen.

Sowohl Siemens als auch General Electric veröffentlicht jetzt lange Listen mit Versprechungen, wie sie dem Irak beim Wiederaufbau helfen wollen.

Es gehe um eine Ausbauleistung von elf Gigawatt in den kommenden vier Jahren, was laut Siemens etwa der Hälfte der derzeitigen Kapazitäten des Irak entspricht. General Electric sagt bis zu 14 Gigawatt Strom und bis zu 65.000 direkte und indirekte Arbeitsplätzen zu. Neben der Schaffung Tausender Arbeitsplätze versprach Siemens auch Unterstützung beim Kampf gegen Korruption sowie bei der Ausbildung von Irakern und dem Aufbau von Schulen und Krankenhäusern. Der Siemens-Irak-Fahrplan sehe acht Ziele vor, "die den Menschen im Irak, der nationalen Sicherheit und der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zugutekommen". Ein Hauptgrund: die verbreitete Korruption. In den vergangenen Wochen und Monaten kam es deswegen vor allem im Süden des Landes zu Protesten mit Toten und Verletzten.

Das Projekt im Irak wäre innerhalb von nur etwas mehr als zwei Jahren schon das zweite Großprojekt, das Siemens im Nahen Osten für seine Kraftwerksparte gewinnen würde. Dies war eine gute Werbung für das aktuelle Vorhaben.

Die kriselende Kraftwerkssparte der Münchner soll davon profitieren. Siemens will in dem Bereich rund 6900 Stellen weltweit abbauen, 2900 davon in Deutschland. Dabei war ein Auftragsvolumen von rund elf Milliarden Euro genannt worden.

Die Bundesregierung unterstützt Siemens bei dem Bemühen um den Großauftrag. Die Vereinbarung mit den Arbeitnehmern gelte trotz des Irak-Geschäfts, sagte Personalchefin Janina Kugel vor wenigen Wochen. Als einstiger Innovationsführer und Aushängeschild der US-Wirtschaft ist der Konzern wegen dieser und anderer Schwierigkeiten schon seit Jahren im freien Fall.

Offensichtlich konnte nun selbst das Drängen der US-Politik aber die Absichtserklärung mit Siemens nicht verhindern. "Diese Art der Durchsetzung der "America-First"-Doktrin im weltweiten Wettbewerb multinationaler Unternehmen ist nicht akzeptabel", sagt Geschäftsführer Joachim Land der "Welt am Sonntag".

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