Monsanto kommt im Glyphosat-Prozess glimpflich davon

Monsanto-Produkte vernichten Unkraut

Monsanto kann im US-Prozess um angebliche Krebsrisiken von glyphosathaltigen Unkrautvernichtern mit einer deutlich geringeren Strafe rechnen. Richterin Suzanne Bolanos bekräftigte zwar ein Urteil vom August, wonach das Monsanto-Mittel verantwortlich ist für die Krebserkrankung eines Mannes.

Am frühen Dienstagmorgen deutscher Zeit kündigte Bayer an, gegen das revidierte Schadenersatzurteil Berufung einzulegen.

Im August hatte die Geschworenenjury des Gerichts in San Francisco Monsanto zu einer Schadenersatzzahlung von insgesamt 289 Millionen Dollar (251 Mio Euro) an den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne "Lee" Johnson verurteilt. Die deutliche Reduzierung des Strafschadenersatzes durch das Gericht sei "ein Schritt in die richtige Richtung", doch sei Bayer nach wie vor überzeugt, dass das Urteil im Widerspruch zu den im Prozess vorgelegten Beweisen stehe, teilte der Dax -Konzern am Dienstag in Leverkusen mit.

Die Bayer-Tochter legte daraufhin bereits Berufung ein und forderte, dass der Fall wegen unzureichender Beweise neu verhandelt wird.

Wie es jetzt weitergeht, liegt nach der Entscheidung der Richterin massgeblich am erkrankten Kläger DeWayne Johnson, der Monsanto-Unkrautvernichter wie Roundup und Ranger Pro für seinen Lymphdrüsenkrebs verantwortlich macht. Viele Investoren dürften darauf gesetzt haben, dass der Prozess neu aufgerollt wird. Er muss bis 7. Dezember mitteilen, ob er weniger Schadenersatz akzeptiert. Die Jury hatte weitgehend der Klägerseite zugestimmt und es nicht nur als erwiesen angesehen, dass Monsantos Produkte Krebs verursachen, sondern auch, dass der Hersteller vor den Risiken nicht ausreichend gewarnt und dabei sogar vorsätzlich gehandelt habe. Die Richterin empfand jedoch insbesondere den sogenannten Strafschadenersatz von 250 Mio. Zugleich wies sie den Antrag von Monsanto ab, den Prozess neu aufzurollen. Monsanto, das seit Juni zum Bayer-Konzern gehört, bestreitet eine solche Wirkung seines Produkts. Dagegen hatte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) vor drei Jahren konstatiert, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei.

Wie aus Gerichtsunterlagen weiter hervorgeht, entschied sie aber auch, dass die ursprünglich zugesprochene Schadensersatzsumme von weit über 200 Millionen Dollar verringert werden müsse.

Wegen Glyphosat sieht sich Bayer mit rund 8700 Klagen in den USA konfrontiert. Bayer muss sich nun mit ihnen auseinandersetzen. Der Fall Johnson ist besonders brisant, da es sich um das erste Urteil handelt, das richtungsweisend für die zahlreichen weiteren Klagen sein könnte.

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