Ostdeutsche gehen früher in Rente

Die sogenannte Rente mit 63 wird in Ostdeutschland häufig in Anspruch genommen

Wann gehen die Deutschen in Rente? Die Zahlen zeigen vor allem eines: enorme Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen.

Westdeutsche blicken neidisch nach Osten: Dort geht man deutlich früher in Rente.

Demnach nutzten im vergangenen Jahr 42 Prozent aller Neurentner im Osten die abschlagsfreie Rente mit 63. Im Westen waren es dagegen 45 Prozent. Zum Vergleich: In Westdeutschland waren es nur 30 Prozent.

Selbst beim vorzeitigen Renteneintritt mit Abschlägen (0,3 Prozent pro Monat) lagen die Ostdeutschen vorn. Das Ifo-Institut Dresden bezieht sich in seinen Berechnungen auf Statistiken der Rentenversicherung.

Das Institut erklärt den höheren Anteil bei der Rente ab 63 mit den spezifischen Erwerbsbiographien im Osten: "In der DDR war es üblich, frühzeitig ins Erwerbsleben zu starten, sodass in Ostdeutschland ein höherer Anteil an Personen die Voraussetzungen hierfür aufweist", erklärt der Ifo-Forscher Joachim Ragnitz.

Ein weiterer Grund seien die höheren Rentenansprüche von Frauen im Osten. Die Rente mit 63 sei eine "Fehlentscheidung", ein "Wahlgeschenk an die ältere Generation", sagt Ragnitz und schließt: "Dies spricht dafür, bei den anstehenden Verhandlungen über die künftige Ausgestaltung des Alterssicherungssystems auch die Rente mit 63 kritisch zu überprüfen". Da hier Frauen stärker in das Erwerbsleben eingebunden waren als im Westen, könnten nun mehr Haushalte die Rente mit Abschlägen in Kauf nehmen - wenn nämlich zwei Rentenbezieher mit hohen Bezügen in einem Haushalt leben.

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