Merkel fordert von Saudi-Arabien Aufklärung im Mordfall Khashoggi

US-Präsident Donald Trump und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman im Weißen Haus

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Bundesregierung zufolge in einem Telefonat mit dem saudi-arabischen König Salman die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi "aufs Schärfste" verurteilt.

"Gestern im Parlament haben die Außenministerin und die Regierungsparteien ÖVP/FPÖ einen EU-weiten Stopp der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien noch abgelehnt, heute im Interview befürwortet sie diesen", so Schieder in einer Aussendung. "Sie machte deutlich, dass der genaue Tathergang dringend aufgeklärt werden müsse", hieß es. Nach Angaben vom Donnerstagabend forderte sie in dem Gespräch, "eine rasche, transparente und glaubhafte Aufklärung sicherzustellen". Alle Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, so Merkel.

Die Führung in Riad hatte die Tötung Khashoggis vor drei Wochen im saudischen Generalkonsulat in Istanbul lange geleugnet.

Washington (Reuters) - Eine Gruppe von Abgeordneten beider Parteien im US-Repräsentantenhaus haben am Mittwoch einen Gesetzentwurf eingebracht, der die meisten Rüstungsexporte der USA nach Saudi-Arabien stoppen würde. Saudi-Arabien importiert laut dem Stockholmer Sipri-Institut für Friedensforschung nach Indien die zweitmeisten Waffen weltweit. Riad besteht jedoch darauf, dass der Journalist versehentlich bei einer Schlägerei starb. An der saudischen Version gibt es jedoch große Zweifel.

Die türkischen Ermittler hätten entsprechende Informationen übergeben, teilte die Generalstaatsanwalt des Königreichs am Donnerstag mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA berichtete.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte von einem "brutalen Mord" gesprochen, US-Präsident Donald Trump von einem dilettantisch verschleierten Verbrechen. Die Behörden hatten 18 saudische Verdächtige festgenommen. Für die Grünen ist dies nach den Vorfällen um Jamal Khashoggi nicht mehr zu vermitteln. Haspel war nach wachsenden Zweifeln an den Unschuldsbeteuerungen des saudischen Königshauses in die Türkei gereist. Das Weiße Haus pflegt enge Verbindungen zu dem Land und sieht es als wichtigen Partner in der Region. Einige Stunden zuvor hatte auch die Leiterin der Nahost- und Afrika-Abteilung von Human Rights Watch, Sarah Leah Whitson, auf Twitter geschrieben, Khashoggis Sohn habe Saudi-Arabien nach Aufhebung der Ausreisesperre samt Familie in Richtung USA verlassen. Die regierungsnahe Zeitung "Sabah" berichtete, der türkische Geheimdienst MIT habe Haspel bei einem Besuch in Ankara "Video- und Audioaufnahmen" gezeigt und ihr die bei der Durchsuchung des saudiarabischen Konsulats und der Residenz des Konsuls gesammelten Beweise vorgelegt.

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