Studie für Deutschland - Arbeitnehmer machen rund vier Überstunden pro Woche

Ein LKW-Fahrer sitzt hinter dem Steuer seines Fahrzeugs

Zwischen der vereinbarten Arbeitszeit und den tatsächlich geleisteten Stunden klafft oft eine Lücke. In der Praxis werden daraus aber durchschnittlich mehr als 43 Stunden. Bei Teilzeitbeschäftigten waren es real 23,9 Stunden pro Woche. Insgesamt aber habe sich die Zahl der Überstunden im Vergleich zur ersten Befragung 2015 allerdings kaum verändert.

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat letztes Jahr im Schnitt vier Überstunden pro Woche gemacht. 33 Prozent der befragten Angestellten gaben an, sie hätten das Gefühl, "dass die Arbeit im vorgesehenen Zeitraum nicht zu schaffen "sei". Das geht aus einer Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hervor.

Zwischen den Branchen gibt es aber erhebliche Unterschiede: Die meiste Mehrarbeit wird in der Industrie von Vollzeitbeschäftigten geleistet, dabei mit über sieben Stunden am häufigsten von Lkw- und Lieferwagenfahrern, wie die BAuA erklärte.

Die Experten der BAuA wiesen vor allem auf die Belastungen für Paketzusteller durch den Boom des Onlinehandels hin. Ein weiterer Grund für zusätzliche Arbeit sind den Ergebnissen zufolge "betriebliche Gründe". "Da die Gruppe im Straßenverkehr mobil beschäftigt ist, können Fehler besonders weitreichende und teilweise tödliche Auswirkungen haben", heißt es in dem Bericht, aus dem die Funke Zeitungen zitierten. Die Autoren der Studie führen das auf den seit Jahren stabilen deutschen Arbeitsmarkt zurück. Tatsächlich seien im Arbeitsalltag laut einer Befragung der Bundesanstalt jedoch durchschnittlich 38,7 Stunden gearbeitet worden. Nach wie vor gilt deshalb, dass Männer noch immer längere Arbeitszeiten haben als Frauen, die oft nur Teilzeit arbeiten. Auch jüngere Arbeitnehmer seien eher bereit, Überstunden zu machen als ältere. Die Bundesregierung dürfe nicht zulassen, dass Unternehmen ihre Gewinne auf Kosten der Gesundheit der Arbeitnehmer maximierten. Je größer die Personalverantwortung, desto länger ist die Arbeitszeit. Bei Chefs mit 21 Angestellten sind es im Schnitt 44,6 Stunden. Positiv vermerken sie, dass es mehr Möglichkeiten gebe, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten. Dadurch könnten Arbeitsbelastungen abgefedert und gesundheitlich negative Folgen reduziert werden.

Untersucht wurden auch Arbeitszeiten am Wochenende und außerhalb der Zeit zwischen 7 bis 19 Uhr. 57 Prozent der Befragten dagegen haben am Sonnabend und Sonntag immer frei.

Für die Studie, die zum zweiten Mal veröffentlicht wird, wurden den Angaben zufolge vor rund einem Jahr über mehrere Wochen hinweg fast 10 000 Arbeitnehmer befragt.

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