Kohlegegner besetzen Bagger und Kohlebahn im Tagebau Hambach

REUTERS  Wolfgang Rattay

Zudem wurde die A4 gestürmt.

Tausende Demonstranten sind an diesem Samstag im Rheinischen Revier unterwegs.

Laut "Ende Gelände" blockierten mehrere tausend Menschen am Mittag die Schienen der Hambachbahn, die die RWE-Kraftwerke in Niederaußem, Frimmersdorf und Neurath mit Braunkohle aus Hambach versorgt.

Mit seinen bis Montag geplanten Protestaktionen will das Bündnis zum wiederholten Mal im rheinischen Tagebaugebiet Front gegen die Kohleverstromung machen.

Auch der Zugverkehr zwischen Düren und Aachen wurde vorübergehend eingestellt. (Wir sind nicht zu stoppen, eine andere Welt ist möglich). "RWE und die Regierung klammern sich an eine zerstörerische Technologie von gestern", erklärte eine Sprecherin von "Ende Gelände". Es wurde gesungen und gejubelt.

Am Sonntag startete die Polizei mit der Räumung der besetzten Gleise.

RWE kündigte an, Straftaten konsequent zur Anzeige zu bringen. Das Bündnis Ende Gelände sprach von der bisher größten "Aktion zivilen Ungehorsams gegen Kohle" mit 6.500 Aktivisten. Der parlamentarische Beobachter der Linken im Bundestag, Lorenz Gösta Beutin, sagte, die friedlichen Proteste seien ein starkes Zeichen für den Klimaschutz und den Kohleausstieg.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben Strafanzeigen gegen insgesamt 400 Aktivisten erstattet. So schien es fast wie eine Art Finte, als zunächst eine Gruppe von 250 Leuten versuchte, in den Tagebau Inden einzudringen. Die Polizei setzte nach Angaben eines Sprechers auch Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

Ein Live-Video zeigt, wie die Aktivisten auf freiem Feld und in Sichtweite zum Tagebau sehr schnell Busse verlassen und in Richtung Tagebau rennen. Polizisten, die die Busse in Mannschaftswagen begleiteten, schnitten ihnen den Weg ab.

Braunkohlegegner laufen über die Autobahn in Richtung Tagebau Hambach. Dabei setzte die Polizei Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein. Nachfolgende Aktivisten konnten die Einsatzkräfte dann größtenteils an der Autobahnböschung abhalten.

Umweltaktivisten haben am Samstagnachmittag im Tagebau Hambach die Braunkohlebahn blockiert - und die Blockade dauerte auch am Sonntag an. Am Samstag lieferten sich Demonstranten und Polizeibeamte ein Katz-und-Maus-Spiel, es kam zu Rangeleien zwischen Beamten und Demonstranten. Sie warnt die Demonstranten vor Lebensgefahr: Im Tagebau komme es aktuell zu Erdrutschen an der Tagebaukante, teilte sie am frühen Nachmittag via Twitter mit. 18 von ihnen hätten einen Bagger bestiegen, seien aber wieder herunter gezwungen worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Es kamen mit bis zu 3000 Teilnehmern weniger als erwartet.

Bei dem Konflikt geht es auch um die Arbeitsplätze der Kumpel in der Industrie. Sie befürchten, dass sie bei einem zu schnellen Kohleausstieg ihre Arbeitsplätze verlieren. Nach dem Willen der Kohlekommission allerdings soll es keine Entlassungen geben.

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