Ex-Sqeezer-Sänger: Lange Haft für Mörder von Jim Reeves

Opfer eines Tötungsdelikts Jim Reeves Ex-Sänger der Band Sqeezer hier bei einem Auftritt 2015

Die Haftdauer liegt damit nah an den 14 Jahren und sechs Monaten, die von der Staatsanwaltschaft gefordert wurde. Die zwei angeklagten Männer aus Polen wurden zu langjährigen Haftstrafen wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall, sowie schwerem Missbrauchs einer wehrlosen Person verurteilt. Die Angeklagten seien bei der fürchterlichen Tat erheblich alkoholisiert gewesen.

Der 47 Jahre alte Sänger, der in den 90ern mit der Eurodance- und Pop-Formation Sqeezer erfolgreich war, wurde im Februar 2016 in einem Sechs-Bett-Zimmer brutal geschlagen. Reeves habe den Angeklagten, die das Zimmer mit ihm teilten, zuvor ein sexuelles Kontaktangebot gemacht, hieß es weiter im Urteil. "Sie griffen ihn massiv an". Als der Musiker bereits bewusstlos war, hätten sie ihn "in einer degradierenden, homophobe Gefühle ausdrückenden Art mehrfach mit einem Stuhlbein gepfählt".

Der in Köln geborene Reeves hatte seine ersten Singles mit seinen Geschwistern Shary, Terry und Andrew veröffentlicht. Die Leiche des bisexuellen Künstlers wurde am Morgen im Zimmer des Hostels entdeckt.

Das Gericht begründete das Urteil mit der strafmildernden Trunkenheit der Angeklagten, der vorzeitigen Bewusstlosigkeit des Opfers und den Tod durch schwere innere Verletzungen durch Rippenbrüche, statt durch die Darmverletzungen.

Entgegen der Anklage sah das Gericht keine Mordmerkmale. Pawel A. muss für 14 Jahre ins Gefängnis, Adam K. für 13 Jahre. Vor allem die mehrere Verwandte von Reeves vertretende Nebenklage versuchte, auf eine Verurteilung wegen Mordes hinzuwirken. K. gestand im Prozessverlauf, den 48-jährigen Reeves mit einem Gegenstand vergewaltigt zu haben. "Ich bedaure die Tat, die ich begangen habe sehr - ich schäme mich", sagte er und bat die eigene Familie und die Angehörigen von Reeves um Entschuldigung. Gegen den 31-Jährigen ordnete das Gericht zudem wegen Alkoholsucht eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt nach Verbüßung von fünf Jahren Haft an.

Am letzten der zahlreichen Prozesstage flossen im Saal noch einmal Tränen der Trauer, aber auch der Wut - etwa, als der 31-jährige A.in seinem Schlusswort auf seiner Unschuld bestand und lediglich einräumte, er hätte die Penetrationen verhindern und dem Verletzten Hilfe leisten können.

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