#kurzerklärt: Warum sind die Kongresswahlen für Trump wichtig?

Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt

Hochrechnungen zu den US-Zwischenwahlen prognostizieren einen geteilten Kongress: Die Demokraten können demnach eine Mehrheit im Repräsentantenhaus erringen. Unter anderem für seine teuren Ideen wird er Gegenwind bekommen.

Er selbst wird es nicht zugeben. Beim politischen Gegner ist nach der Ära Obama noch immer niemand in Sicht, der das nötige Charisma hat, Trump die Stirn zu bieten. US-Präsident Donald Trump zeigte sich sehr zufrieden. Das heißt, dass der Kongress zum Beispiel Trumps geschäftliche Verbindungen in einem Untersuchungsausschuss durchleuchten könnte. Und es waren Amerikas Wähler in den Vorstädten, die gesagt haben: Wir haben genug davon.

Die Demokraten haben nun US-Medien zufolge 24 Sitze im Repräsentantenhaus sicher gewonnen - einen mehr als für die Mehrheit benötigt. Trump hatte vor allem auf das Thema Migration gesetzt und - ohne Belege zu nennen - düstere Szenarien von gewalttätigen Einwanderern gezeichnet. Es kann jedes Mitglied der Regierung oder von Trumps Familie vorladen.

In den ersten 22 Monaten seiner Amtszeit hat sich der Präsident wie ein ungeduldiger Autokrat geriert, der schon bei den eigenen Leuten schnell die Geduld verliert, wenn sie nicht spuren.

Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Er kann damit weiter Richter, Minister ernennen, wie es ihm beliebt. Und noch ein gutes Ergebnis: Im so wichtigen Staat Florida wird mit Ron DeSantis ein regelrechter Trump-Jünger Gouverneur.

Mehr zum Thema: US-Demokraten gewinnen Abgeordnetenhaus - was bedeutet das für Trump? . Dort kann er seine Anhänger mit Anti-Migranten-Rhetorik mobilisieren - und er hat es ohne Rücksicht auf Kollateralschäden getan.

Die große "blaue Welle" - also ein Sieg der US-Demokraten auf ganzer Linie - ist bei den Kongresswahlen ausgeblieben. Und der zum neuen "Robert Kennedy" verklärte Polit-Popstar Beto O'Rourke scheiterte auf dem Weg in den Senat.

Die größten Folgen hat der Machtwechsel auf die Dynamik in Washington.

Donald Trump hat die Kongresswahlen in den USA überstanden - mit nur moderaten Verlusten. Die Zeit der Einparteien-Herrschaft ist vorbei. Somit könnten die Demokraten versuchen, Trump zur Vorlage seiner ausstehenden Steuererklärungen zu zwingen. Sie werden kein Geld für Trumps Grenzmauer bewilligen. Sie übernehmen den Vorsitz aller Ausschüsse im Repräsentantenhaus. Allerdings: Zwei noch am Wahltag veröffentlichte Umfragen der University of Southern California gemeinsam mit der "Los Angeles Times" sowie des Institutes IBD/TIPP wähnten Trump vorn - und lagen richtig. Der US-Präsident wird von seinem Kurs des "America first" keinen Deut abweichen. Diese Sitze müssen erst einmal verteidigt werden. Ein Teil ihrer Wählerkoalition will die härtestmögliche Kante gegen den verhassten Trump. In vielen Wahlkreisen lieferten sich die Kandidaten der Demokraten und Republikaner ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ähnlich gespalten sind Demokraten vor allem in ländlichen Gebieten, wenn es beispielsweise um eine Verschärfung der Waffengesetzgebung geht.

Vielleicht zieht er sein Ding aber durch und tritt 2020 erneut zur Präsidentschaftswahl an. Nicht nur er: Im "Oberhaus" des Kongresses haben die Demokraten böse Rückschläge einstecken müssen.

Nicht nur dürften Trumps gesetzgeberische Aktivitäten damit zum Stillstand kommen, weil die Oppositionspartei weder das Geld für die Mauer zu Mexiko bewilligen noch die Zerstörung der Krankenversicherung Obamacare unterstützen wird.

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