Stuttgart-"Tatort": "Der Mann, der lügt"

Der Verdächtige Manuel Ruby

Während anderswo zuletzt vermeintliche Vampire und künstliche Intelligenzen ihr Unwesen getrieben haben, hat dieser "Tatort" aus Stuttgart eine klassische Krimihandlung: Nach der Ermordung eines Anlageberaters sucht die Polizei den oder die Täter im Kreis seiner Kunden, denn der Mann hat einige Menschen um viel Geld gebracht. Ein umgekehrter "Tatort" quasi. Als ihn eines Morgens die Kriminalpolizei an seinem Arbeitsplatz erwartet, scheint es sich um reine Routine zu handeln, denn sein Name stand im Kalender des Opfers; offenbar waren die beiden zur Tatzeit miteinander verabredet. Oder ist Gregorowicz der tragische Held aus Jurek Beckers berühmtem Holocaust-Roman "Jakob der Lügner", der aus bester Absicht ins routinierte Lügen verfällt?

Lannert und Bootz bohren immer weiter, befragen seine Frau Katharina, überprüfen sein Alibi, bitten ihn zu Gesprächen ins Präsidium. Der Verdächtige hat auf jede Frage eine zunächst plausible Antwort. Es stellt sich heraus, dass er den Vermögensberater nicht nur regelmäßig getroffen hat, er hat durch den Mann auch 200000 Euro verloren.

Baden-Baden (ots) - Einen Publikumserfolg erzielte der SWR Tatort des Stuttgarter Ermittlerteams am gestrigen Abend (4. November 2018) im Ersten: 9,22 Millionen Zuschauer sahen den "Tatort: Der Mann, der lügt" von Martin Eigler und Sönke Lars Neuwöhner. Daraus entstehe ein interessantes Spannungsverhältnis.

Das ist über die kompletten fast 90 Minuten sicht- und spürbar, am deutlichsten wird es in den Befragungs- und Verhörszenen, die viel Raum und Zeit einnehmen. Je mehr seine Aussagen aber mit der Realität abgeglichen werden können, desto schwieriger und auch aussichtsloser wird die Lage für Jakob Gregorowicz. Bloß: Warum konstruiert dieser Verdächtige immer kuriosere Lügengebäude?

Auch das Aussehen von Darsteller Manuel Rubey wird diskutiert. In beinahe jeder Szene mit ihm steckt eine Lüge, die genau dosiert sein muss, damit er sich weder für die Ermittler noch die Zuschauer zu früh offenbart.

Jakob Gregorowicz (Manuel Rubey) fühlte sich im "Tatort" plötzlich ständig verfolgt. Das macht der Stuttgarter "Tatort" schon mit seiner anklagenden Betitelung ("Der Mann, der lügt") unmissverständlich klar.

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