Goldener Windbeutel 2018: Foodwatch sucht die dreisteste Werbelüge

Die fünf Kandidaten

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat auch in diesem Jahr fünf Produkte für ihren Negativpreis "Goldener Windbeutel" nominiert.

2018 vergibt foodwatch den Goldenen Windbeutel zum achten Mal. "Die alltägliche Verbrauchertäuschung im Supermarkt ist ganz legal". Die Nutzer der Schummelmelder-Plattform kritisieren, dass der Name suggeriere, dass es sich bei dem Bratöl um reines Olivenöl handelt - tatsächlich ist dies aber nur zu 51 Prozent der Fall. Es wirbt mit großen Oliven auf dem Etikett, besteht aber zu 49 Prozent aus Sonnenblumenöl. Erlaubt ist die Bezeichnung aber laut einer EU-Verordnung trotzdem.

Die Kritik ist auch nicht neu. Deshalb stehen auch in diesem Jahr fünf Produkte für den größten Schwindel zur Wahl. Doch der Hersteller verteidigte sich. Die auf dem Etikett dominierende Darstellung von Oliven erklärt das Unternehmen damit, dass das Öl die klassischen geschmacklichen Eigenschaften eines Olivenöls besitze.

Foodwatch vergleicht das Produkt gar mit der Festtagstorte Schokoladen-Sahne von Coppenrath & Wiese, die anteilig weniger Zucker und Fett enthalte als der Müsliriegel.

Der Corny-Hersteller Schwartau bewirbt seinen beliebten Knusper-Riegel als "gesunde Zwischenmahlzeit". Dass das Produkt zur Hälfte aus Zucker und Fett besteht, wird erst nach einem Blick aufs Kleingedruckte deutlich. Das Fazit von Verbraucher Holm T., der den Riegel auf Schummelmelder.de hochgeladen hat: "Das Produkt ist damit alles andere als gesund, sondern eine gewaltige Schummelei". Die Verbraucherschützer kritisieren, dass Werbeaussagen wie von Corny trotz europäischer Health-Claims-Ordnung weiter möglich sind.

"Edeka Erbseneintopf" - Wir lieben Lebensmittel?

Kandidat Nr. 3: Erbsen Eintopf Gut und Günstig von Edeka Der Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke Gut und Günstig kommt naturbelassen daher - auf der Vorderseite der grünen Dose verspricht Edeka werbewirksam "Garantiert ohne: geschmacksverstärkende Zusatzstoffe und Farbstoffe" und suggeriert damit eine traditionelle Herstellungsweise.

Statt um eine irreführende Kennzeichnung geht es beim vierten Produkt des Goldenen Windbeutels eher um die Ansprache der Zielgruppe.

Foodwatch dringt generell auf schärfere gesetzliche Vorgaben bei der Lebensmittelkennzeichnung.

Die Verbraucherzentrale hatte den Artikel deswegen bereits im August als Mogelpackung des Monats nominiert. Das speziell für Kinder beworbene Produkt kostet bis zu 40 Prozent mehr als der Ketchup für Erwachsene - und das bei gleichen Inhaltsstoffen.

Ein foodwatch-Sprecherin lobte die Reaktion von Dennree auf die Nominierung: "Die anderen Kandidaten für den Goldenen Windbeutel sollten sich an Dennree ein Beispiel nehmen". Das Glacéau Smartwater ist das einzige Produkt aus der Liste, das kein Verbraucher vorgeschlagen hat, sondern Foodwatch selbst. Diesen ernährungsphysiologisch recht unnützen Vorgang bezahlt der Verbraucher: Mit 1,65 Euro pro Liter ist das "Smartwater" bis zu siebenmal teurer als gewöhnliches Mineralwasser. Der Hersteller bewerbe sein Wasser "als von Wolken inspiriert", weil es vor der Herstellung verdampft werde und später mit Mineralsalzen veredelt wird. Aus Sicht von foodwatch eine dreiste Abzocke mit dem Grundnahrungsmittel Wasser.

Laut der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung also eine Mischung aus Mineral- und Leitungswasser oder nur einem der beiden Bestandteile gemischt mit mindestens einer weiteren Zutat wie Natursole, Meerwasser oder Kochsalz beziehungsweise einen Zusatzstoff wie Magnesiumcarbonat.

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