Zum Tode verurteilte Christin in Pakistan: Asia Bibi auf freiem Fuß

Porträt von Asia Bibi

Der Führer der radikalislamischen Gruppe Tehreek-e-Labaik Pakistan, ein islamistischer Prediger, hatte offen zum Lynchmord an der Christin aufgerufen. Die fünffache Mutter war 2009 festgenommen und im Jahr darauf nach dem Blasphemiegesetz in dem vorwiegend muslimischen Land zum Tode verurteilt worden. In der Praxis werden darunter fast ausnahmslos verächtliche Äußerungen und Taten gegen den Islam, den Koran und den Propheten Mohammed verstanden.In einem aufsehenerregenden Urteil sprach das Oberste Gericht Pakistans die Angeklagte am Mittwoch überraschend frei. Allerdings fürchte er um die Sicherheit der Familie Asia Bibis sowie um die seiner eigenen. Ihr Anwalt, Saif-ul-Malook, ist nach Morddrohungen mittlerweile in die Niederlande geflohen. Asia Bibi und ihre Familie haben Morddrohungen der Islamisten erhalten. Die religiösen Hardliner fordern den Tod von Bibi und der verantwortlichen drei Richter. Und ihr Ehemann bat in einem eindringlichen Appell westliche Staaten um Asyl für sich und seine Frau sowie für die fünf Kinder des Paares. "Derzeit gibt es keine andere Wahl", schrieb der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz auf Facebook: "Die internationale Gemeinschaft soll sich dafür einsetzen". "Als verfolgte Christin muss diese mutige Frau zum Schutz auch einen Platz in Deutschland finden können".

Blasphemie ist in Pakistan ein folgenschwerer Vorwurf. Schulen und Behörden blieben geschlossen. Die Lage eskalierte. In manchen Gebieten mussten Soldaten Regierungsgebäude vor Plünderern schützen. Rizvi hatte das soziale Netzwerk während der Proteste zur Verbreitung von Anweisungen verwendet. Wie lokale Medien berichteten, verließ sie am Mittwochabend das Gefängnis in der Stadt Multan in der Provinz Punjab.

Pakistans Informationsminister Fawad Chaudry sagte der BBC, das Abkommen mit den Islamisten sei notwendig gewesen, "um die Situation gewaltlos zu lösen". "Schmerzhaft", so sagt er, sei allerdings die Antwort der Regierung auf die Proteste. Die Staatsführung stimmte einer gerichtlichen Überprüfung des Freispruchs zu. Das hatte Spekulationen ausgelöst, sie habe das Land verlassen. Den Demonstranten wurde Straffreiheit versprochen.

Vom Vorwurf der Blasphemie freigesprochen: Asia Bibi erhält jedoch weiterhin Morddrohungen.

Blasphemie gilt im mehrheitlich islamischen Pakistan als Kapitalverbrechen.

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