Brauhaus statt Bauhaus - Feine Sahne feiert in Dessau

Christoph Sell und Jan'Monchi Gorkow von der Band Feine Sahne Fischfilet

Feine Sahne Fischfilet verorten sich klar im politisch linken Spektrum und wurden 2011 im Verfassungsschutzbericht des Landes Mecklenburg-Vorpommern erwähnt.

Nach einigen Kontroversen, zwischenzeitlicher Absage und vielen Diskussionen hat die Rostocker Punkband Feine Sahne Fischfilet ("Wut im Bauch Trauer im Herzen") am Dienstagabend endlich ihr vielbeachtetes Konzert in Dessau ohne größere Zwischenfälle gespielt. Befürchtete Aufmärsche von Rechtsextremen blieben aus.

Mrosek kritisiert ferner auch das ZDF, das sich ebenfalls mit den Hass-Punkern von "Feine Sahne Fischfilet" gemein macht. Nachdem die Stiftung Bauhaus Dessau sie als Reaktion auf rechte Proteste ausgeladen hatte, sind die Musiker nun in der Alten Brauerei zu Gast.

Nach der Absage des eigentlich geplanten Auftritts im Bauhaus Dessau wich die umstrittene linke Band auf das sogenannte Brauhaus aus. Der Sender wollte das Konzert ursprünglich in der Reihe zdf@bauhaus im Bauhaus aufzeichnen. Dafür müssten sich Bauhaus-Chefin Perren und der Stiftungsratsvorsitzende und Kulturminister Rainer Robra (CDU) entschuldigen. Die Entscheidung sei "ohne ausführliche Abwägung der damit verbundenen Konsequenzen und ohne ausreichende Einbeziehung der lokalen Akteure und Verantwortlichen sowie fachlichen Partnern erfolgt", teilte der Stiftungsrat weiter mit. Der Bauhaus-Stiftungsrat gibt sich reumütig - aber nur ein wenig.

Feine Sahne Fischfilet bestanden auf einem Auftritt in Dessau. Die Demo vor dem Theater stand unter dem Motto "Stabil bleiben. Aber nicht nur das: Es hat ein jahrzehntelanges Bemühen von Tausenden von Menschen, das Bauhaus in Dessau auch zu einem Ort einer Aktualisierung von Bauhausidee zu machen, schweren Schaden zugefügt". Darunter war auch der ehemalige Bauhaus-Direktor Philipp Oswalt, der scharfe Kritik an der Stiftung Bauhaus Dessau übte. Die "CDU und die AfD", so Gorkow, hätten sich "zu früh" auf die Absage des Konzerts gefreut.

"Claudia Perren hingegen ist vorsichtig, übervorsichtig", erklärt Richter. Ursprünglich hatten Neonazis eine Demo mit 20 Teilnehmern angemeldet.

Auch zum Gebäude der Stiftung Bauhaus fuhr die Band, um dort eine "Urkunde für die PR-Aktion des Monats" und eine Flasche "Pfeffi"-Likör zu hinterlassen, wie die "Mitteldeutsche Zeitung" (MZ) berichtete". Er dankte allen, die gegen Rechts Position bezögen und nicht einknickten.

Zum Konzert am neuen Ort kamen auch mehrere Politiker der Grünen und Linken, etwa der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin und Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert.

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