Neuauszählung der Stimmen in Florida

Liegt bei den Senatswahlen nur rund 17'000 Stimmen hinter seinem republikanischen Herausforderer Amtsinhaber Bill Nelson. Bild AP

US-Präsident Trump nannte das Vorgehen in Florida, wo noch immer Briefwahlstimmen ausgezählt werden, Betrug. Dies ist demnach nun der Fall - sowohl im Rennen um einen Senatssitz des Bundesstaates als auch im Rennen um den Gouverneursposten in Florida.

Die Entwicklung sorgt für heftigen politischen Streit in den USA. Präsident Donald Trump spricht offen von Betrug.

Die Amerikaner hatten bereits am Dienstag einen neuen Kongress gewählt. Vergeben wurden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im US-Senat, der anderen Kammer des US-Parlaments. Die Stimmen bei der Wahl für den US-Senat sowie für den Gouverneursposten müssen maschinell neu ausgezählt werden, wie die Behörden des US-Bundesstaates mitteilten. Auch in Arizona, Mississippi und Georgia sind noch einzelne Entscheidungen offen. Dort haben sie 51 der 100 Sitze sicher - und damit so viele Stimmen wie bisher. Sollten sich die noch offenen Rennen in den verbleibenden Staaten für die Demokraten entscheiden, würde sich an der Mehrheit für die Republikaner im Senat nichts ändern. Allerdings wäre es ihnen dann nur gelungen, ihre hauchdünne Mehrheit zu halten, anstatt diese auszubauen.

In Florida lag nach dem Eingang weiterer Ergebnisse der republikanische Bewerber Rick Scott nach Angaben des "Miami Herald "nur noch um 0,18 Punkte oder gut 15 000 Stimmen vor seinem demokratischen Widersacher und Amtsinhaber Bill Nelson in Front". Scott hatte am Wahlabend knapp vorne gelegen. Der dünne Vorsprung schmolz in den Tagen danach - nach Auszählung weiterer Briefwahlstimmen - jedoch so weit zusammen, dass es nun zur Neuauszählung der Stimmen kommt. Dies gilt auch für die Gouverneurswahl in Florida. Dabei ist der Demokrat Andrew Gillum dem führenden Republikaner Ron DeSantis knapp auf den Fersen. Floridas Justizminister Ken Detzner (66) wies die Wahlkreise an, die Ergebnisse der Neuauszählung bis spätestens Donnerstagnachmittag (21 Uhr MEZ) vorzulegen.

Unmittelbar nach der Ankündigung der Behörden am Samstag meldete sich Trump abermals auf Twitter zu Wort.

Bei der Senatswahl hatten am Dienstag in Florida 8,2 Millionen Menschen ihre Stimme abgegeben. Er sprach von in der Vergangenheit illegal zerstörten Wahlzetteln, heimlich geöffneten Briefwahlunterlagen, falsch versandten Wahlunterlagen und unterschlagenen Texten auf Wahlzetteln. Trump hatte am Freitag Partei für Scott ergriffen und Unregelmäßigkeiten angedeutet. Allerdings ist bislang unklar, wie stark ihre Mehrheit ausfällt. Im Rennen um das Amt des Gouverneurs sowie um einen Senatssitz bahnen sich Neuauszählungen an, weil die Bewerber äußerst knapp beieinanderliegen. Ohne diese Mindestzahl ist eine Stichwahl in dem Bundesstaat vorgesehen. Offiziell ausgerufen ist das Ergebnis aber noch nicht. Sie sieht das Rennen noch offen.

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