Wahlen in Luhansk und Donezk: Separatisten-Chefs in der Ostukraine erwartungsgemäß bestätigt

Eine Frau gibt ihren Stimmzettel bei den Wahlen in den Rebellengebieten in der Ostukraine ab Trotz internationaler Kritik haben die prorussischen Rebellen in der Ostukraine am Sonntag Wahlen abgehalten

Donezk/LuhanskBei der umstrittenen Wahl in den Separatisten-Gebieten in der Ostukraine haben wie erwartet die Interimschefs von Luhansk und Donezk gewonnen.

Die USA und die EU sehen die Wahlen im Donbass als Verstoß gegen die Minsker Friedensvereinbarungen an und rufen zum Boykott auf.

Die prowestliche ukrainische Regierung, die nach den Unruhen auf dem Kiewer Maidan-Platz und dem Sturz des stärker an Russland orientierten Präsidenten Viktor Janukowitsch im Frühjahr 2014 an die Macht kam, steht mit Moskau auf dem Kriegsfuß. Im Westen werden die Wahlen als Versuch gewertet, die Region weiter von der Ukraine zu entfernen. Leonid Passetschnik setzte sich nach Angaben der Wahlkommission vom Montag in Luhansk mit 68,4 Prozent der Stimmen durch. Beide versprachen im Wahlkampf, engere Beziehungen zu Moskau zu knüpfen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte die Bewohner der überwiegend russischsprachigen Gebiete aufgerufen, sich nicht an den "gefälschten" Wahlen zu beteiligen. Die russischen Medien feierten aber vor allem die hohe Wahlbeteiligung, die in DNR über 80 Prozent und in der LNR 77 Prozent gehabt haben soll. Und das ukrainische Portal Nowosti Donbasa hält die Beteiligung für getürkt: Die Rebellen hätten nur sehr wenig Wahllokale eröffnet, um Massenandrang zu simulieren. Für die 2,3 Millionen Einwohner der DNR seien 1200 Wahllokale notwendig, bei den letzten Parlamentswahlen im Gebiet Donezk hätten für eine Bevölkerung von 4,4 Millionen Menschen 2444 Wahllokale gearbeitet. "Jetzt hat die DNR nur 408 Lokale aufgemacht, dreimal weniger als nötig". Und aus Mangel an Konkurrenz - einem aussichtsreichen Kandidaten war die Einreise in die DNR verweigert worden, einer wurde von der Wahl ausgeschlossen. "Die Ukrainer klatschen wohl vor Glück in der Hände, angesichts des Gezänks in Donezk", schimpfte der Blogger Donezki. Pasetschnik sagte nach der Stimmabgabe in Luhansk: "Wir sind ein freies Land". Das Netzwerk "Typisches Donezk" befragte seit Juni anonym mehr als 71 000 Teilnehmer zu ihrer Meinung: Trotz jahrelanger Propaganda plädieren nicht mehr als 38,9 Prozent der Befragten für einen Anschluss an Russland, 26,3 Prozent für eine Rückkehr in die Ukraine, 7 Prozent für eine unabhängige DNR.

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