Deutschland - Deutsche Wirtschaft spürt Gegenwind

Die Probleme der deutschen Autoindustrie sind ein Grund für die konjunkturelle Abschwächung

Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im dritten Quartal erstmals seit dreieinhalb Jahren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im dritten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal gewachsen, teilte das Statistikamt Eurostat am Mittwoch in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mit. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal preisbereinigt um 1,1 Prozent. Es lag preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent niedriger als im zweiten Quartal 2018, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen gehen davon aus, dass sich der Aufschwung in Deutschland trotz des schwachen dritten Quartals fortsetzt. Die Branche hat Probleme bei der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP, wegen denen die Unternehmen ihre Produktion deutlich herunterfahren mussten. 2017 ist die deutsche Wirtschaft noch um 2,2 % gewachsen. Noch im zweiten Quartal hatte Europas größte Volkswirtschaft um kräftige 0,5 Prozent zugelegt. Internationale Handelskonflikte belasten die Exportnation Deutschland.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) spricht von einem "temporären Phänomen" und meint, der Aufschwung, der ohnehin ins Stocken geraten ist, sei "nur unterbrochen" worden. Hintergrund sind die Probleme wegen der Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfstandard WLTP.

Zum letzten Mal war die Wirtschaftsleistung im ersten Jahresviertel 2015 rückläufig.

Die Probleme der Autobauer schlugen auch auf den Privatkonsum durch, der als Stütze der Konjunktur gilt. Doch wie man zum Ergebnis kommt, das habe insgesamt zum Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal geführt, ist undurchsichtig.

Der Export fiel als Wachstumstreiber aus. Die Verbraucher konsumierten weniger als im Vorquartal.

Während sowohl in Ausrüstungen wie Maschinen als auch in Bauten mehr Geld gesteckt wurde, sanken die privaten Konsumausgaben.

Ökonomen rechnen mit einer Fortsetzung des Aufschwungs in Deutschland, das weitere Wirtschaftswachstum dürfte aber an Stärke verlieren.

So rechnen beispielsweise die "Wirtschaftsweisen" inzwischen für dieses Jahr mit einem Zuwachs des Bruttoinlandprodukts von 1,6 Prozent und für 2019 von 1,5 Prozent. Etwas optimistischer ist die Bundesregierung. Das Expertengremium ist damit pessimistischer als die Bundesregierung, die für beide Jahre 1,8 Prozent voraussagt.

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