Friedrich Merz nennt sein hohes Einkommen - Oberschicht will er nicht sein | Politik

Ralf Stegner

Berlin. Auskünfte über sein Einkommen wollte Friedrich Merz bisher immer vermeiden.

Dass ihm das gelingt, ist kaum zu erwarten.

Der Kandidat für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz hat kürzlich zugegeben, dass er Millionär sei. Er argumentiert im Gespräch mit der Bild am Sonntag: "Wenn ich ‚Oberklasse' oder ‚Oberschicht' höre, denke ich an Menschen, die viel Geld oder eine Firma geerbt haben und damit ihr Leben genießen. Ich habe von meinen Eltern die Werte mitbekommen, die die Mittelschicht prägen: darunter Fleiß, Disziplin, Anstand, Respekt und das Wissen, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt, wenn man es sich leisten kann", erklärte hierzu Merz seine Sicht. Warum sollte ein Millionär keine Partei führen können oder am Ende gar Kanzler werden? "Mit großer Mehrheit unterstützt der MIT-Bundesvorstand Friedrich Merz als neuen Vorsitzenden der CDU Deutschlands", hieß es in einer veröffentlichten Erklärung der MIT. "Das ist bei mir nicht der Fall", sagte Merz.

Merz verteidigt diese Verortung, die mit der Wirklichkeit zumindest im wirtschaftlichen Sinne wenig zu tun hat, noch einmal vehement.

Während der CDU-Politiker nach eigenen Angaben als junger Referendar "jede Mark umdrehen" musste, kann er sich nun Millionär nennen.

Die Kritik, vor allem aus dem linken Lager, ließ nicht lange auf sich warten.

Vergangen Woche teilte Merz sich selbst der Mittelschicht zu, und wurde dafür scharf kritisiert.

Zur "gehobenen Mittelschicht" zählt er sich trotzdem: "Für mich ist die gesellschaftliche Mitte nicht eine rein ökonomische Größe". Für Mittel- und Oberschicht gibt es keine offizielle Definition. Mittelschicht ist, wer sich so fühlt. Merz hatte sich zuvor mit den Mitbewerbern Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn einer Vorstellungsrunde gestellt. Ferner sei über die Rolle der CDU gegenüber der Regierung und die Bedeutung der Parteivereinigungen, insbesondere der MIT, diskutiert worden.

Friedrich Merz (63), Annegret Kramp-Karrenbauer (56) und Jens Spahn (38) sind die aussichtsreichsten Kandidaten für den CDU-Vorsitz.

Mit kritischen Fragen zu seinem Verständnis von gesellschaftlicher Mitte wird Merz auf dem Weg dorthin jedenfalls rechnen müssen. Bis Mitte November stellen sich nun die Kandidaten für ihre Nachfolge bei einer Reihe von CDU-Regionalkonferenzen vor. Thema: "Das gespaltene Land - wer sorgt für Zusammenhalt?"

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