Energiepreise: Gas wird teurer - Wirtschaft

Eine Mitarbeiterin steht in der Gasübernahmestation Reitbrook zwischen verschiedenen Schienen zur Versorgung verschiedener Bereiche

Noch stärker steigen die Gaspreise laut Verivox in kleineren Versorgungsgebieten bei den Stadtwerken Torgau mit rund elf Prozent, bei den Stadtwerken Glauchau mit zwölf Prozent und bei der Zwickauer Energieversorgung mit 13 Prozent. Die Ursachen dafür sind vielfältig.

Die Gaspreise steigen: Nachdem die Preise jahrelang kontinuierlich sanken, kommen auf viele Verbraucher 2019 wieder höhere Kosten zu. Nun dreht sich der Wind. Moderat teurer wird es vor allem in vielen Haushalten in Ostsachsen, Kunden der Drewag in Dresden und der Enso müssen sieben bzw. fünf Prozent mehr bezahlen.

Rund 1,8 Millionen Haushalte in Deutschland werden im nächsten Jahr eine höhere Gasrechnung erhalten. 13 von 43 Versorgern haben demnach ihren Preis erhöht oder wollen dies zum Jahreswechsel tun. Bisher haben nach Angaben von Verivox 224 der 710 Grundversorger für die Monate Dezember und Januar Preiserhöhungen von durchschnittlich 7,7 Prozent angekündigt.

Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20 000 Kilowattstunden bedeutete das Mehrkosten von 111 Euro im Jahr. Bei den Leipziger Stadtwerken fallen die Preise bei der Grundversorgung dagegen um 15 Prozent.

"Die Einkaufspreise für Erdgas sind zuletzt stark gestiegen", sagte Verivox-Energieexperte Mathias Köster-Niechziol der dpa. Die Einfuhrpreise für Erdgas, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gemessen werden, sind in den vergangenen beiden Jahren um rund 40 Prozent nach oben gegangen - aber vor allem in diesem Jahr sind die Preise noch mal deutlich gestiegen.

Ähnlich sieht es bei den Börsenpreisen für Erdgas aus, die das Statistische Bundesamt erhebt. Auch hier hätten die Preise zwischen September 2016 und September 2018 um rund 38 Prozent zugelegt. Allein zwischen März und Oktober dieses Jahres lag der Anstieg bei rund 50 Prozent.

Dass nicht noch viel mehr Versorgungsunternehmen ihre Preise erhöhen, ist auf langfristige Lieferverträge vor allem mit Russland zurückzuführen. So habe laut Medienberichten Gazprom bei Lieferverträgen über mehrere Jahre Fixpreise vereinbart. Sollte sich das hohe Preisniveau für Importgas jedoch verfestigen, dürften weitere Firmen bald nachziehen. Einfluss hatte wohl der Ölpreis, auch wenn es eine unmittelbare Koppelung beider Preise nicht mehr gibt. Durch sie konnte nicht mehr so viel Kohle über die Flüsse transportiert werden - wodurch mehr Energie aus Gas gewonnen werden musste. Auch hat Russland verstärkt den attraktiven asiatischen Markt beliefert, was Gas in Europa etwas knapper werden ließ.

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