Europas Konsumentenschützer wollen gegen Google vorgehen

Verbraucherschützer aus sieben europäischen Staaten wollen gegen einen möglichen Datenmissbrauch durch Google vorgehen. Das teilte der europäische Verbraucherschutzverband mit.

Demnach verstoße Google mit der Nachverfolgung des Nutzerstandortes gegen die europäische Datenschutzgrundverordnung, da den Nutzern einerseits keine echte Wahl gelassen werde, ob man diese Funktion nutzen wolle oder nicht, und Google zudem die Nutzer nicht ordnungsgemäß darüber in Kenntnis setzt, welche Konsequenzen dieses Tracking nach sich zieht.

Auf knapp zwei Milliarden Smartphones weltweit ist Google über sein Android-Betriebssystem vertreten. Das Unternehmen nutze dabei verschiedene Tricks, um sicherzustellen, dass Nutzer die Standort-Ortung angeschaltet liessen beziehungsweise nicht abschalteten. Die gesammelten Daten würden dann für vielfältige Zwecke genutzt, unter anderem für gezielte Werbung. Bei der Beschwerde steht die Art und Weise, wie Google den Standort der Nutzer nachverfolgt, im Fokus. Informationen zur Standortdaten-Erhebung würden verharmlost und Nutzer durch die Gestaltung des Einstellungsprozesses dazu verleitet, die Sammlung zu erlauben. Detailliert ausgeführt wird das in einer neuen Studie des norwegischen Verbandes mit dem Titel "Every step you take".

Google habe jedoch keinen ausreichenden rechtlichen Grund, diese Daten zu verwenden, und verstosse daher gegen EU-Recht, hiess es von den Verbraucherschützern weiter.

"Standorte können viel über Menschen verraten, religiöse Überzeugungen, politische Überzeugungen, den Gesundheitszustand und die sexuelle Orientierung", hieß es in einer Mitteilung der Verbraucherschützer. Google missachte fundamentale DSGVO-Prinzipien, so Beuc-Generaldirektorin Monique Goyens.

Ziel der Verbände ist nach eigenen Angaben, die Datenschutzbehörden zu einer Untersuchung der Vorwürfe zu bewegen. Durch Googles angeblich unfaire Aktivitäten würden die Nutzer schlichtweg nicht über die Verwendung ihrer persönlichen Daten informiert.

Hinweis: Google hat sich mittlerweile zu den Vorwürfen geäußert.

"Wir arbeiten kontinuierlich an einer Verbesserung der Einstellungen und wir werden diesen Bericht genau lesen", so Google-Sprecher Al Verney.

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