Polizei lässt Ureinwohner in Frieden

Das Standbild eines Videos zeigt Bewohner der für Außenstehende verbotenen indischen Insel. Die freiwillig abgeschottet lebenden Sentinelesen gelten als das letzte vorjungsteinzeitliche Volk der Erde

2006 hatte das Inselvolk Berichten zufolge zwei Fischer getötet, deren Boot auf die Insel getrieben war. An dem Strand, an dem der 27-jährige John Allen Chau zuletzt lebend gesehen wurde, beobachteten sie demnach Männer vom Inselvolk der Sentinelesen, die mit Pfeil und Bogen bewaffnet waren. Der überzeugte Christ John Allen Chau (27) soll laut Medienberichten versucht haben, den von der Außenwelt abgeschotteten Stamm der Sentinelesen zu missionieren.

Die Sentinelesen, die aus nur etwa 150 Stammesmitglieder bestehen, sind eines der letzten sogenannten unkontaktierten Völker. Die Ureinwohner töteten Chau offenbar mit Pfeilen.

Laut der indischen Polizei wusste Chau, dass die Sentinelesen jeden Kontakt mit der Außenwelt ablehnen, dass die Pfeile und Speere auf Helikopter feuerten und Fischer, die auf der Insel gestrandet waren, getötet hatten. Sie wollen nichts mit der Aussenwelt zu tun haben. Indiens Regierung respektiert den Wunsch der Inselbewohner nach Abgeschiedenheit, Fremde müssen fünf Kilometer Abstand zu ihren Wohngebieten einhalten. Dafür ließ sich der Amerikaner trotz eindringlicher Warnungen von Fischern in die Nähe der abgelegenen Insel North Sentinel bringen und legte den Rest des Weges mit seinem Kanu zurück. Dadurch wollen sie sich offenbar vor Einflüssen auf ihre Kultur und vor Krankheiten schützen. "Wie eine Art Vogelscheuche", sagte Pathak. Um über ihr Vorgehen zu entscheiden, untersucht die Polizei nun wieder den Fall von 2006. "Wir müssen aufpassen, dass wir sie nicht stören", sagte der örtliche Polizeichef Dependra Pathak der Nachrichtenagentur AFP. "Wir versuchen, ihre Gruppenpsychologie zu verstehen".

Klar sei allerdings, so Pathak weiter, dass auch indische Behördenvertreter die Insel nicht betreten werden - dass die Tötung also rechtliche Konsequenzen hat, darf ausgeschlossen werden. Zudem wurden mehrere Fischer festgenommen, weil sie Chau in die Nähe der Insel gebracht haben sollen. Auf den Andamanen leben sie demnach bereits seit 60.000 Jahren. Ein Sprecher der Organisation kritisierte unterdessen die indischen Behörden, weil sie die Beschränkungen für das Schutzgebiet unlängst gelockert hätten. Unter anderem diese beklemmenden Worte schrieb der getötete Missionar John Chau in sein Tagebuch und an seine Familie. "Ihr werdet mich für verrückt halten, aber ich denke, dass es sich lohnt", schrieb Chau in einem Brief an seine Eltern. Chau habe eine Bibel dabei gehabt sowie Fisch und Fußbälle als Geschenke für die Stammesmitglieder. Anschließend sei der Missionar zu einem Fischerboot zurückgekehrt, habe seine Eindrücke aufgeschrieben und auf dem Boot übernachtet. Am nächsten Tag ist er trotz der Vorwarnung noch einmal zur Insel gefahren - und nicht mehr zurückgekommen. "Wir verzeihen denjenigen, die Berichten zufolge für seinen Tod verantwortlich sind", hieß es weiter.

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