Trump droht General Motors mit Streichung von Subventionen

US-Autobauer GM hat ein großes Sparprogramm angekündigt

Für US-Präsident Trump sind die angekündigten Entlassungen ein großes Ärgernis - schließlich hat er versprochen, der US-Industrie zu einem großen Comeback zu verhelfen und mehr Jobs zu schaffen als je ein US-Präsident zuvor. Aus dem Europageschäft zog sich General Motors seit 2017 aber ohnedies immer stärker zurück. Man schaue sich nun an, ob man alle GM-Subventionen kürzen könne, inklusive der für Elektroautos, fügte er hinzu.

Nach der Ankündigung der potentiellen Schließung mehrerer GM-Werke in den USA droht der US-Präsident dem Konzern ein "Problem" zu bekommen, wenn der Fall eintreten sollte.

Tatsächlich ist der Sparkurs der Auto-Ikone für den US-Präsidenten gleich in mehrfacher Hinsicht eine bittere Schlappe. Wichtige Vorprodukte für die Autoindustrie wurden aber etwa auch durch die von Trump selbst eingeführten Sonderzölle auf Stahl teurer. "Die Zölle auf die Metalle haben uns etwa eine Milliarde Dollar Gewinn genommen", sagte Ford-Chef Jim Hackett Ende September. Langfristiges Ziel sei der Erfolg von General Motors zu positionieren und amerikanische Arbeitsplätze zu erhalten und auszubauen.

Diesen - für Trumps Regierung in Washington unangenehmen - Teil des Stellenabbaumotivs räumt GM öffentlich bislang nur indirekt mit dem Verweis auf "gestiegene Materialkosten" ein. Zudem müsse man sich mit Investitionen in E-Autos und autonomes Fahren für die Zukunft rüsten.

Nicht nur beim US-Präsidenten auch bei der oppositionellen Lokalpolitik stoßen die Schließungspläne auf heftige Kritik: Der örtliche Abgeordnete Tim Ryan von den Demokraten sagte, der Schritt von GM sei eine "üble Kombination aus gierigen Unternehmern und Politikern, die keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen haben". Spätestens mit dem jüngsten Tweet ist klar, dass dies nicht gelang - und schon zuvor hatte Trump seine Position durchaus klar gemacht: "Es war ein großer Fehler von GM", sagte er dem "Wall Street Journal". "Ich glaube, sie haben vergessen, wo sie herkommen". Denn wie die anderen US-Autobauer, die ebenfalls von einer stark internationalisierten Lieferkette abhängen, hat auch GM in den vergangenen Monaten den von Trump mit China angezettelten Handelskrieg zu spüren bekommen. Die USA hätten viel für GM getan, und man sei in der Lage, großen Druck auf den Konzern mit Hauptsitz in Detroit auszuüben.

In den USA und Kanada könnten bis Ende 2019 fünf Fertigungsstätten geschlossen werden - rund 6000 Fabrikarbeiter würden dann ihre Jobs verlieren.

Für Trump kommen die Pläne von GM zur Unzeit.

Der grösste Autohersteller Amerikas will Tausende von Arbeitsplätzen streichen. Letztlich musste der US-Konzern beim Verkauf an die französische PSA-Gruppe hier 6,2 Milliarden Dollar draufzahlen.

Von der Maßnahme könnten 15 000 Mitarbeiter betroffen sein. Dass der Branchenführer trotzdem dermaßen auf die Bremse tritt, ist deshalb auch ein schlechtes Omen für die US-Wirtschaft insgesamt.

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