Carlsen erneut Schach-Weltmeister: Triumph im Tie-Break

Magnus Carlsen und Fabiano Caruana

Magnus Carlsen ist der alte und neue Weltmeister im Schach. 2006 gewann der Russe Wladimir Kramnik das Stechen, 2012 war der Inder Viswanathan Anand erfolgreich, und vor zwei Jahren verteidigte Carlsen seinen Titel gegen den Russen Sergej Karjakin im Tiebreak mit 3:1 in den vier Schnellschachpartien. Dass Titelverteidiger Magnus Carlsen mit seinem Remisangebot auch die zwölfte Partie der Schach-WM in ein Unentschieden lenkte, überraschte seinen 26-jährigen amerikanischen Herausforderer sichtlich. Auch das vielgescholtene Remis in Partie zwölf, als er mit Schwarz sowohl auf der Uhr wie auf dem Brett spürbar besser stand, hat sich im Nachhinein als berechtigt erwiesen. "Ich bin froh, diese Herausforderung gemeistert zu haben". Bereits im ersten Spiel baute der 27-Jährige mit den weißen Steinen früh Druck auf und forcierte nach einem klugen Bauernopfer ein Turm-Endspiel, das er letztlich souverän gewann. Bei einem Remis ist der Spieler mit den schwarzen Steinen der Sieger.

Fabiano Caruana riss verdutzt die Augen auf, als ihm der Weltmeister plötzlich die Hand entgegenstreckte.

Angesetzt sind vier Partien im Schnellschach und bis zu zehn Blitz-Mini-Matches, gefolgt von einer Armageddon-Partie. "Ich hatte nie wirklich eine Chance", sagte der US-Amerikaner anschließend: "Ich habe nicht ansatzweise auf seinem Level gespielt". Das erklärt, warum Carlsen vor dem Tiebreak relativ entspannt wirkte und in der zwölften Runde trotz deutlich besserer Stellung und sehr viel mehr Bedenkzeit seinem Kontrahenten Remis anbot - zur Überraschung aller Zuschauer.

Zwei Tage vor seinem 28. Geburtstag hat der Schach-Weltmeister damit seine Krone gegen den gefährlichsten Gegner verteidigt und auch seinen minimalen Vorsprung in der Weltrangliste behalten.

Magnus Carlsen im Duell mit Fabiano Caruana. Carlsen war für diese Variante besser vorbereitet.

Die reguläre Bedenkzeit betrug 100 Minuten für die ersten vierzig Züge, dann 50 Minuten für die nächsten zwanzig Züge und 15 Minuten für den Rest der Partie.

Carlsen, der immer wieder offen seine große Nervosität und Anspannung eingestanden hatte, verzichtete dagegen in den letzten Partien auf waghalsige Manöver und verließ sich stattdessen voll und ganz auf seine Stärke im Schnellschach - mit Erfolg. Zweimal war der Norweger Weltmeister im Schnell-, dreimal im Blitzschach. Erreicht Schwarz mit einer Minute weniger ein Remis, würde auch das zum WM-Titel reichen. Das Schach-Interesse in seiner Heimat ist allerdings ungebrochen.

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