Ex-Anwalt Cohen gesteht Falschaussage über Trump-Projekt in Russland

Donald Trump und seine Milliarden Ein US-Journalist will Belege für Trumps Verbindungen zur russischen Mafia gefunden haben

Auch stimme seine Aussage nicht, er habe mit Trump wegen des Projekts nur wenig in Kontakt gestanden. Dabei geht es um Immobiliendeals mit Moskau.

Schon im August hatte sich Cohen im Rahmen einer Absprache mit der Staatsanwaltschaft vor Gericht schuldig bekannt, gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstossen, Steuern hinterzogen und eine Falschaussage gegenüber einer Bank gemacht zu haben.

Er habe dem Kongress eine falsche schriftliche Aussage zu einem Immobilienprojekt der Trump-Organisation in Moskau übermittelt, sagte der ehemalige Trump-Vertraute dem Bundesgericht.

In dem Dokument heißt es, dass entgegen Cohens Aussagen gegenüber den Geheimdienstausschüssen des Kongresses das Moskau-Projekt noch bis Juni 2016 diskutiert worden sei. Sie behaupten, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben.

Trump reagierte wütend. Er nannte Cohen "schwach" und warf ihm vor, mit seinem Schuldeingeständnis zu "lügen". Cohen begann darauf, mit den New Yorker Justizbehörden zusammenzuarbeiten.

Es ist der nächste Rückschlag für den US-Präsidenten in der Affäre rund um mutmaßliche Einmischungen Russlands in den US-Präsidentschaftswahlkampf im Jahr 2016. Zugleich kommt Mueller weiter bei seinem Versuch, dem Präsidenten beziehungsweise dessen Umgebung unlautere Kontakte nach Russland während des Wahlkampfes von 2016 nachzuweisen.

Das Bauvorhaben soll Cohens damaligen Angaben zufolge im Januar 2016 gestoppt worden sein - also vor der Präsidentschaftskampagne Donald Trumps. Also noch vor dem Beginn der Vorwahlen bei den Republikanern. Mueller beschuldigt Cohen in seiner Anklageschrift, mit den Falschaussagen versucht zu haben, Trump zu schützen. "Sie hat nur eine Sache bewiesen - es gab keine Geheimabsprachen mit Russland".

Auch log Cohen mit der Aussage, er habe nie eine Reise nach Moskau im Zusammenhang mit diesem Projekt geplant und auch nie erwogen, Trump für eine solche Visite anzufragen.

Nachdem Donald Trump die parteiinternen Vorwahlen für sich entschieden hatte und feststand, dass er zur Präsidentschaftswahl antreten würde, distanzierte er sich plötzlich von allen Verbindungen nach Russland - und begann damit das jahrelange Versteckspiel. Auf seine Anfrage an Peskow habe er nie eine Antwort erhalten, versicherte Cohen dem Parlament. In Wirklichkeit hatte ihn eine Assistentin Peskows angerufen, ausführlich zu dem Trump-Bauprojekt befragt und Abklärungen versprochen. Der vorrangige Grund war sehr einfach: "Ich habe mich darauf konzentriert, für die Präsidentschaft zu kandidieren". Denkbar ist aber auch eine andere Erklärung: Trump hat damals vielleicht schlicht nicht erwartet, je Präsident zu werden.

Bislang hatte Cohen vor dem Russlandausschuss des US-Senats im Herbst 2017 eine ganz andere Version geschildert.

Wie stark diese Enthüllung den Präsidenten politisch belasten wird, bleibt abzuwarten. Trump versuchte am Donnerstag sogleich, seinen langjährigen Mitarbeiter als unglaubwürdigen Zeugen abzutun. Cohen gab außerdem zu, das Projekt öfter als die zunächst behaupteten drei Mal mit Trump besprochen zu haben. Er betonte, nichts spreche dagegen, als Kandidat vor einem Wahlsieg weiter Geschäfte zu machen.

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