Bayer streicht 12.000 Stellen

Bayer streicht 12.000 Stellen

Von den heutigen Zahlen ausgehend, ist das jeder zehnte. "Ein signifikanter Teil" werde in Deutschland erfolgen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. "Der erreichte Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2025 ist ein Meilenstein", erklärte Betriebsratschef Oliver Zühlke. Der Konzern will sich zudem von seinem Anteil am Chemiepark-Betreiber Currenta trennen.

Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter verständigten sich demnach in einer gemeinsamen Erklärung auf eine neue Vereinbarung zur "Zukunftssicherung Bayer 2025". Zusammen mit den erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme sollen so von 2022 an jährlich 2,6 Milliarden Euro frei werden. Die Börse reagierte dennoch vergrätzt auf die Nachricht. Die Bayer-Aktie gab zwischenzeitlich bei hohen Umsätzen um mehr als ein Prozent auf 63,50 Euro nach.

In den Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals fallen im 4. Quartal 2018 voraussichtlich außerplanmäßige, nicht zahlungswirksame Abschreibungen in der Größenordnung von insgesamt 3,3 Mrd.

In den vergangenen Monaten waren die Zweifel daran, dass Bayer wirklich noch auf dem richtigen Kurs ist, enorm gewachsen. Um in diesem Segment wettbewerbsfähig zu bleiben, habe Bayer beschlossen, den in Wuppertal gebauten Faktor-VIII-Betrieb nicht zu nutzen, sondern die Herstellung aller rekombinanten Faktor-VIII-Produkte auf den Standort Berkeley in den USA zu konzentrieren, teilte das Unternehmen mit. Das Unkrautgift steht im Verdacht, Krebs beim Menschen auszulösen. Branchenexperten zufolge ist das Bayer-Geschäft in diesem Bereich zu klein, um langfristig allein bestehen zu können. Die Bayer-Aktie ging wenig später auf Sturzflug. Diese Abschreibungen betreffen bei Consumer Health vor allem Marken, die mit den Geschäften von Merck & Co. und Dihon erworben wurden, sowie einen Teil des bilanzierten Goodwills (insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro). All diese Probleme will der Konzern nun mit dem neuen Maßnahmenpaket angehen. Der Tablettenbetrieb dort soll weiter ausgebaut werden, auch im Wuppertaler Werk will Bayer Geld in die Hand nehmen. Die sogenannte Consumer-Health-Sparte, zu der auch Dauerbrenner wie Aspirin oder der Säurehemmer Rennie gehören, steckt seit Längerem in der Krise.

Bayer hat derzeit gleich an mehreren Fronten zu kämpfen. So werde geprüft, wie man sich von den Bereichen Sonnenschutz mit der Marke Coppertone und Fußpflege mit der Marke Dr. Scholl's trennen könnte.

Der Stellenabbau in der Bundesrepublik soll nach Unternehmensangaben sozialverträglich erfolgen.

Ein Großteil der Stellen wird in Deutschland wegfallen. Rund 900 Arbeitsplätze in der Pharmaforschung sollen deswegen gestrichen werden. Davon entfallen allein 350 Stellen im Zusammenhang mit der Schließung eines sogenannten Faktor-VIII-Betriebs in Wuppertal. Weitere 5500 bis 6000 Arbeitsplätze sollen bei den übergreifenden Konzern- und Querschnittsfunktionen abgebaut werden. Bayer wolle seine Investitionen auf die Kerngeschäfte Pharma, rezeptfreie Arzneimittel und Pflanzenschutz konzentrieren, hieß es.

Bayer-Chef Werner Baumann betonte am Donnerstag, die geplanten Einschnitte seien keine Reaktion auf die Monsanto-Übernahme und erst recht nicht auf die Glyphosat-Klagen in den USA. "Gleichzeitig sind wir uns der Tragweite der Entscheidungen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewusst und werden die geplanten Maßnahmen - wie in der Vergangenheit - fair und verantwortungsvoll umsetzen". Bis Ende 2025 soll hierzulande jedoch auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden.

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