Katar steigt aus Ölkartell Opec aus - Thema des Tages

Skyline von Doha

Katar ist einer der kleineren Öl-Produzenten am Persischen Golf, aber auch der größte Lieferant für Flüssiggas in der Welt. Mit Russland, das nicht der Opec angehört, und Saudi-Arabien haben sich die beiden größten Ölexporteure zusammengetan und wollen die Förderung drosseln. Demnach soll die Gasproduktion in Katar bis 20124 von 77 Mio. t/a auf 110 Mio. t/a steigen. Das Gas stammt vom größten Gasfeld der Welt, dem South-Pars-Field vor der Küste des Emirats, das sich das Emirat mit dem Iran teilt. Außer Saudi-Arabien, Katar und den vereinigten Arabischen Emiraten gehören dem Kartell noch Algerien, Angola, Ecuador, Äquatorialguinea, Gabun, der Iran, der Irak, Kuwait, Libyen, Nigeria, der ehemals französische Kongo und Venezuela an.

"Die Entscheidung des Golf-Staats Katar, die Opec zu verlassen, ist verständlich: Schon seit dem Sommer vergangenen Jahres liegt der kleine Wüstenstaat im Clinch mit den arabischen Nachbarn", sagt Wirtschaftsredakteur Panagiotis Koutoumanos. In OPEC-Kreisen wurde der Rückzug Katars in erster Linie als symbolischer Akt gewertet. "Ich möchte den vier Ländern für ihre Blockade danken, denn sie hat Katar, seine Bürger und deren Geschäfte stärker gemacht". Es wird erwartet, dass sie dort eine vor zwei Jahren gemeinsam beschlossene Förderkürzung verlängern und eventuell verschärfen, um auf den Preisverfall der vergangenen Wochen zu reagieren. Von den 33 Milliarden Barrel, die die OPEC-Mitglieder täglich aus dem Erdboden pumpen und fracken, liefert Katar gerademal 600.000 Fass bei. Denn die Opec-Staaten hatten sich mit anderen Ländern abgestimmt und die Fördermenge gedrosselt. Katar teilt es sich mit dem Iran.

Katar fördert zwar nur wenig Erdöl, deckt aber rund ein Drittel des weltweiten Flüssiggasbedarfs. Sie werfen ihm Unterstützung von Terrorismus vor. Das Wüstenemirat bereitet sich momentan auf die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2022 vor. Dabei dürften sie eine Senkung der Produktion vereinbaren. Gerade um die Erdgasgeschäfte am Laufen zu halten, ist Katar auf gute Beziehungen zu Saudi-Arabiens regionalem Erzfeind angewiesen.

"Allerdings ist die Entscheidung von Symbolkraft", sagt Westphal, "einmal mit Blick auf das Zerwürfnis mit den Nachbarn im Golfkooperationsrat, zum anderen aber vor allem auch, weil der Opec kaum mehr Marktmacht beigemessen wird". An diesem Donnerstag kommen die Mitglieder der Opec und Vertreter weiterer großer Förderländer in Wien zusammen. Die Mitgliedschaft ende zum 1. Januar 2019. Die Ölpreise haben bereits am Montag auf die aktuellen Entwicklungen reagiert.

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