Konflikt um Iran-Sanktionen: Huawei-Finanzchefin festgenommen

In einer Stellungnahme schreibt Huawei: "Das Unternehmen hat nur sehr wenige Informationen zu den Beschuldigungen erhalten und ist sich keines Fehlverhaltens von Frau Meng bewusst".

Dabei soll es um die Anschuldigung gehen, Huawei habe die von den USA gegen den Iran verhängten Sanktionen über Technologieexporte verletzt, berichtet die kanadische "Globe and Mail". Huawei halte sich an alle Gesetze und Regulierungen, inklusive Exportkontrollen und Sanktionen der Vereinten Nationen sowie der USA und der EU, hiess es weiter. Die chinesische Botschaft in Kanada kritisierte die Festnahme scharf und forderte die unverzügliche Freilassung der Managerin.

Die Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei ist in Kanada verhaftet worden. Die Managerin müsse umgehend freigelassen werden, sie habe weder gegen kanadisches, noch gegen US-Recht verstoßen.

Demnach baten US-Behörden ihre kanadischen Partner, Wanzhou festzunehmen.

Meng Wanzhou ist eine Tochter aus erster Ehe des Firmengründers Ren Zhenfei.

Wegen des Vorwurfs von Sanktionsverstößen hatte Washington zuvor schon den chinesischen Netzwerk-Ausrüster ZTE bestraft, der dadurch schwere Geschäftseinbußen hinnehmen musste. Wie das kanadische Justizministerium mitteilte, soll Wanzhou am Freitag angehört werden, um zu prüfen, ob sie gegen eine Kaution zunächst wieder freikommt.

Das "Wall Street Journal" hatte im April berichtet, die US-Justiz habe Ermittlungen eingeleitet. Die USA haben den Konzern zudem unter Spionage-Verdacht, deshalb kann Huawei dort geschäftlich auch nur stark eingeschränkt agieren. Huawei wurde 1987 gegründet und ist in enormem Tempo zum derzeit größten Hersteller von Telekommunikations-Ausrüstung aufgestiegen.

In mehreren Ländern wird Huawei allerdings eine zu große Nähe zur chinesischen Regierung vorgeworfen. Dieses Jahr überholte der chinesische Konzern Apple als zweitgrößter Handyhersteller der Welt und ist Marktführer Samsung auf den Fersen. Die USA und andere westliche Staaten sehen Huawei als Gefahr für ihre Cybersicherheit und befürchten, Technologie des Konzerns könnte ein Einfallstor für chinesische Spionage sein. Neuseelands größter Telekommunikationsanbieter Spark bekam kürzlich vom Geheimdienst des Landes die Auflage, beim Ausbau von 5G auf Huawei-Technik zu verzichten. Damit dürfte sich die ohnehin angespannte politische und wirtschaftliche Lage zwischen den USA und der Volksrepublik China verschärfen. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 1,7 Prozent, der Index der Börse Shanghai gab 1,2 Prozent nach. "Man kann sich kaum ein Szenario vorstellen, in dem die US-Wirtschaft nicht nachlässt, wenn sie nicht sogar in eine Rezession gleitet".

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