Deutsche Autobauer loben Treffen mit Trump

USA Washington Daimler Chef Dieter Zetsche verläßt das weiße Haus nach einem mit Präsident Trump

US-Präsident Donald Trump hat wiederholt Strafzölle von bis zu 25 Prozent auf Autoimporte aus der EU angedroht.

Möglicherweise werde Volkswagen Ford-Produktionsstätten zur Fertigung nutzen, sagte Diess in Washington. Anfang 2019 sollen die Gespräche über einen neuen Handelspakt zwischen den USA und der EU starten. Trump hatte in der Vergangenheit Strafzölle gegen deutsche Importfahrzeuge in den USA angedroht.

Der US-Präsident hatte vor dem Treffen noch einmal bei Twitter klargemacht, was er von freier Marktwirstchaft hält: "Ich bin ein Mann der Zölle".

Trump, der im Wahlkampf mehr Jobs versprochen hatte, wünscht sich, dass die Autoindustrie mehr auf dem US-Markt produziert und beklagt ein Ungleichgewicht im Handel. Besonders die deutsche Wirtschaft würde darunter leiden.

Beim Treffen mit dem US-Präsidenten war nach Handelsblatt-Informationen auch die deutsche Botschafterin Emily Haber anwesend. Der Präsident stieß dann nach kurzfristiger Ankündigung hinzu. Nun haben sich Vertreter von Volkswagen, BMW und Daimler mit den Wirtschaftsberatern von Donald Trump getroffen - und der US-Präsident sprach sogar kurz selbst mit den Autobossen.

Als hätten sie sich abgesprochen: "konstruktiv" ist das Wort, mit dem BMW, Daimler und VW ihre Gespräche im Weißen Haus charakterisieren.

Dabei ging es vor allem auch um die Forderung Trumps, dass die deutschen Konzerne ihre Produktion innerhalb der USA ausweiten. Dieses Ziel decke sich mit den Plänen von Daimler, sagte Zetsche im Gespräch mit Journalisten nach dem Treffen.

Um Trumps Team von höheren Einfuhrschranken abzubringen, dürften die Autobauer nicht nur ihre schon bestehende US-Präsenz betonen, sondern auch Bekenntnisse in Form geplanter künftiger Investitionen in die Waagschale werfen. Die verstärkte Kooperation mit Ford hatten die Wolfsburger allerdings bereits Mitte November angekündigt. Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht wies auf Anfrage unserer Zeitung darauf hin, dass die Produktionskapazitäten in den vergangenen Jahren auch in den USA stark ausgebaut worden seien. Und es gibt jene Autoproduzenten in Frankreich, Italien oder Schweden, die sich kein verstärktes US-Engagement leisten können - und keinen Ablasshandel mit Trump. Dies war zwar in erster Linie auf den Handelsstreit mit China gemünzt, ließ aber auch nichts Gutes für die Automanager erwarten. Gespräche seien auch über die Angleichung deutscher und amerikanischer Standards für die Autos geführt worden, sagte Diess. Trump ist das hohe Volumen deutscher Auto-Importe in die USA deshalb ein Dorn im Auge, da sie der Hauptfaktor für das hohe Defizit seines Landes im Warenverkehr mit Deutschland sind. Ganz vorsichtig, denn schließlich ist für Handelspolitik die EU-Kommission zuständig. Das mag sein Gedanke gewesen sein, als er sich entschloss, Zetsche, Diess und Peter im Weißen Haus zu empfangen. "Wir sind bereit, genau das zu tun", sagte Volkswagen-Chef Herbert Diess am Dienstag in Washington.

Die Automobilindustrie steht vor großen Umbrüchen.

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