Katharina Wackernagel im Dokumentationsfilm "Aenne Burda - Die Wirtschaftswunderfrau"

Starke Frauen hat es immer gegeben, und das ist kein Klischee. Die ARD hat aus dem Leben der Burdas den Zweiteiler "Aenne Burda "gemacht". Aber bei der Verlegergattin Anna Burda ist die Zufriedenheit mit dem noch kargen Nachkriegsleben schneller verflogen als bei anderen.

Das wohlsituierte Leben einer "Frau an seiner Seite" genügt Anna allerdings bald nicht mehr.

Mit dem richtigen Riecher für das, was Frauen in den Nachkriegsjahren wollen - praktische, aber schicke Mode zum Nachschneidern - macht sie "Burda Moden" zur erfolgreichsten Modezeitschrift der Welt. Nicht nur das: Er finanziert ihr bereits eine eigene Zeitschrift. Schon 1949 setzt sie ihrem Gatten zu, es müsse eine neue Zeitschrift her, die Frauen Schönes biete. Verlegerin Burda versorgte die Kundinnen in ihren Heften mit Tipps, Anleitungen und Schnittmustern - und die Frauen griffen zu, denn sie hatten große Lust auf Mode und Selbstbewusstsein. "Ich habe versucht, viel über die echte Aenne Burda rauszufinden". Sehr selbstbewusst trat sie auch gegenüber ihrem ebenfalls streitbaren Mann Franz (1903 -1986) auf, der hier als selbstgefälliger Hallodri samt Zweitfamilie geschildert wird. Franz Burda (Fritz Karl), ein Doppelleben führt.

Deutlich wird die damals in der Gesellschaft herrschende Doppelmoral in vielerlei Hinsicht: Frauen dürfen gar nichts, außer den Haushalt zu führen - ein Fremdgehen schon gar nicht. Genau das macht allerdings die Film-Aenne, in Sizilien - und fährt sonst mit einem Käfer-Cabriolet des Karosserieveredlers Hebmüller flott herum.

Regisseurin Francis Meletzky (45, "Die kalte Wahrheit", "Nur eine Handvoll Leben") und Autorin Regine Bielefeldt (44, "Keine Zeit für Träume") entschieden sich für einige filmische Freiheiten. Aber noch heute müssen sich Frauen im Berufsleben in einer dominierenden Männerwelt behaupten. Diese werden von ihr gern beschenkt, sogar einmal mit einem nagelneuen Porsche.

"Was ich mitnehme aus der Erfolgsgeschichte von Aenne Burda, ist, dass es nicht um männliche oder weibliche Attribute geht, sondern um den Mix", sagte Regisseurin Meletzky im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

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