Japans Parlament beschließt Öffnung für mehr Arbeitsmigranten - Politik

Blick auf das Plenum im Parlament in Tokio

Die japanische Gesellschaft altert rasant - und ist deshalb immer mehr auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen. Die 14 Branchen, die davon profitieren sollen - darunter der Bau- und Agrarsektor, die Gastronomie sowie die Altenpflege - schätzen den Bedarf an Arbeitskräften jedoch laut japanischen Medienberichten auf mehr als eine Million Personen.

Das Parlament in Tokio beschloss mit der Stimmenmehrheit der rechtskonservativen Koalition ein neues Visumssystem, das ab kommenden April gelten soll. Fachleute sprechen allerdings von einem Tropfen auf dem heißen Stein. Experten begrüssen, dass in der Nummer Drei der Weltwirtschaft damit nun eine Debatte über eine systematische Immigrationspolitik angestossen worden sei. Japan, das stolz auf seine Homogenität ist und auch kaum Flüchtlinge aufnimmt, stellt dies jedoch vor grosse Herausforderungen.

Die Opposition argumentiert, dem Gesetz mangele es an Details. So seien die Arbeits- und Lebensbedingungen für Gastarbeiter unklar. Die meisten kommen aus China.

Viele kommen über ein Praktikumsprogramm ins Land, das Japan seit 1993 Schwellenländern anbietet. Die Idee dabei ist es, junge Leute aus diesen Ländern während fünf Jahren am Arbeitsplatz weiterzubilden. In der Realität werden sie jedoch oft als billige Arbeitskräfte unter schlechten Bedingungen in Fabriken und auch auf dem Bau ausgebeutet. Die Opposition warnt, diese Probleme würden sich durch die zusätzliche Aufnahme von Hunderttausenden Gastarbeitern verschärfen. Zugleich soll das neue Visum Ausländer ansprechen, die über einfache Japanischkenntnisse und über einen bestimmten Ausbildungsgrad verfügen. Sie haben die Aussicht auf eine langfristige Arbeitsbewilligung und dürfen auch ihre Familie nach Japan holen. Andere Gegner des Gesetzes wollen, dass Japan auch in Zukunft keine nennenswerte Immigration zulässt. Die rechtskonservative Regierung vermeidet es deshalb auch, von einer umfassenden Zuwanderungspolitik wie in Deutschland zu sprechen.

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