Australien anerkennt Jerusalem als Hauptstadt Israels

Bild zu Jerusalem

Vertreter der Palästinenser reagieren enttäuscht auf die Entscheidung Australiens. Bereits seit Monaten sympathisiert er damit - was beim Nachbarstaat Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, für Verärgerung sorgte.

Auch Australien erkennt West-Jerusalem als Hauptstadt Israels an. Sein Land habe sich dazu entschlossen, weil dort der Sitz der Knesset und vieler Regierungsinstitutionen sei, sagte Premierminister Scott Morrison in Sydney. Zu einem Umzug der australischen Botschaft in Tel Aviv werde es aber erst kommen, wenn es eine Friedenslösung zwischen Israel und den Palästinensern gebe, teilte Morrison mit.

Der australische Premierminister Scott Morrison sagte in einer Rede am Samstag, dass die australische Regierung West-Jerusalem nun als Hauptstadt Israels mit dem Sitz der Knesset und viele der Regierungsinstitutionen anerkennt. Bis dahin werde Australien ein Büro für Verteidigung und Handel im Westen der Stadt einrichten. Er hoffe, dass dieser Schritt den festgefahrenen Nahost-Friedensprozess voranbringen werde. Zugleich werde seine Regierung nach einem geeigneten Ort für einen Botschaftsumzug Ausschau halten. Nach Auffassung des überwiegenden Teils der internationalen Gemeinschaft soll in zukünftigen Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern eine gemeinsame Lösung festgelegt werden. Seit Jahren andauernde Verhandlungen über ein bilaterales Freihandelsabkommen wurden deshalb ausgesetzt.

Am Freitag ermahnte die Regierung in Canberra ihre Landsleute zu "einem hohen Mass an Vorsicht" bei Reisen nach Indonesien.

Die Interessenvertretung der Palästinenser in Australien (APAN) erklärte am Samstag, Morrisons Schritt diene nicht Australiens Interessen. Ihr Vorsitzender, Bischof George Browning, erklärte, die Anerkennung West-Jerusalems als Hauptstadt Israels "sabotiert jede echte Möglichkeit eines künftigen Abkommens und ermutigt Israels, mit seinen täglichen Menschenrechtsverletzungen gegen Palästinenser weiterzumachen".

Mit der Ankündigung folgt Australien dem Beispiel der USA. US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember 2017 als Hauptstadt Israels anerkannt und später die US-Botschaft dorthin verlegt. Die umstrittene Eröffnung der diplomatischen Vertretung am 14. Mai führte zu blutigen Unruhen mit 60 Toten. Paraguay machte diesen Schritt Anfang September aber wieder rückgängig.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt. Israel beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt, die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen eigenen Staat Palästina. Israel hatte den Ostteil Jerusalems im Sechstagekrieg 1967 erobert.

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