EZB beendet Anleihekäufe am 31. Dezember 2018

Mario Draghi

Sparer sollten sich jedoch keine allzu großen Hoffnungen auf schnell steigende Zinsen machen. Trotz leichter Korrekturen bei den Projektionen bleibt die EZB optimistisch, auch wenn Mario Draghi die Abwärtsrisiken für den wirtschaftlichen Ausblick betonte. Denn die Gelder aus auslaufenden Staats- und Unternehmenspapieren wird die Notenbank wieder investieren - und zwar über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung hinaus, die der EZB-Rat frühestens für Herbst 2019 in Aussicht stellt.

Die Europäische Zentralbank hält den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von null Prozent. Volkswirte erwarten, dass die EZB dann zunächst den Strafzins für Banken und Sparkassen verringern wird. So kritisiert er etwa, dass die Geldinstitute weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB parken wollen.

Ziel ist, auf diesem Weg der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die zwischenzeitlich bedenklich niedrige Teuerung anzuheizen. Vor drei Monaten hatten die EZB-Experten ihre Wachstumsprognose bereits auf 2,0 Prozent heruntergesetzt. Die für 2019 vorgeschlagene Neuverschuldung von gut zwei Prozent geht dieser aber nicht weit genug. Das ist wichtig, weil dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise Unternehmen und Verbraucher dazu bringen können, Investitionen aufzuschieben - und das kann die Konjunktur bremsen. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte nach einem Treffen mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker am Mittwoch, das Defizitziel seines Landes liege nun bei 2,04 Prozent der Wirtschaftsleistung. Doch inzwischen läuft die Wirtschaft wieder besser - auch wenn das Wachstum sich zuletzt abschwächte. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2018 um 1,9 Prozent und 2019 um 1,7 Prozent zulegen. Für 2021 sieht die Zentralbank 1,50 Prozent voraus.

Am gestrigen Donnerstag teilte die EZB erwartungsgemäß mit, der Leitzins in der Eurozone bleibe bei 0,0 Prozent.

Nach Einschätzung von Draghi waren die milliardenschweren Anleihenkäufe "der entscheidende Treiber der Konjunkturerholung im Euroraum".

Die Luxemburger Richter hatten am Dienstag entschieden, dass die vor allem in Deutschland umstrittenen Staatsanleihenkäufe grundsätzlich erlaubt sind.

Mario Draghi hat im Rahmen der gestrigen Notenbanksitzung bestätigt, dass das QE-Programm im Dezember beendet wird - nach 4-jähriger Laufzeit und dem Ankauf von Wertpapieren in Höhe von 2.600 Mrd. EUR.

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