Tote auf Straßburger Weihnachtsmarkt

Attentat

Auch deutsche Sicherheitsbehörden suchten nach dem 29-jährigen Täter und fahndeten zudem nach dessen Bruder Sami. Die Bundespolizei kontrollierte mehrere Grenzübergänge nach Frankreich.

Der Verdächtige hatte nach Angaben der Präfektur gegen 20 Uhr nahe dem Weihnachtsmarkt der Elsass-Metropole das Feuer eröffnet.

Mindestens zwei Menschen sind bei einem Angriff nahe dem Weihnachtsmarkt in Straßburg ums Leben gekommen. Frankreich ist in der Vergangenheit von einer Welle islamistischen Terrors überzogen worden. Der Angreifer soll laut Zeugenaussagen bei der Tat "Allahu Akbar" gerufen haben. Wie der Élysée-Palast am Abend mitteilte, hat Staatspräsident Macron Innenminister Castaner gebeten, sich nach Straßburg zu begeben, um sich ein Bild der Lage zu machen.

Der Mann schoss am Dienstagabend mitten in der weihnachtlich geschmückten Innenstadt um sich. Er habe eine Handfeuerwaffe und ein Messer bei sich gehabt.

Unter den Todesopfern ist ein 45 Jahre alter Tourist aus Thailand, wie das Außenministerium in Bangkok bestätigte. Nach Medienberichten starb der Thailänder durch einen Schuss in den Kopf. Er könne nicht operiert werden, weil ein Projektil in der Nähe des Schädels und der Wirbelsäule stecke.

Am Tatabend lieferte sich der Mann nach Angaben des französischen Innenministers zwei Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz. Nach dem Anschlag haben Ermittler vier Menschen aus dem Umfeld des Tatverdächtigen Chérif C.in Gewahrsam genommen. Später twitterte sie, dass der Verkehr einer grenzüberschreitenden Straßenbahn eingestellt worden sei. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Registrierungsschwelle in Frankreichs "fiche-S-Datei" sei deutlich niedriger als für die Aufnahme in die deutsche Gefährderdatei. Nach Informationen des Senders France Info entkam er mit einem Taxi, das er gestohlen hatte. Im Februar 2017 wurde er nach Frankreich abgeschoben. Er wurde nach Medienberichten schon vor dem Attentat auch wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gesucht. AFP zufolge hätte er bereits am Morgen wegen Mordverdachts verhaftet werden sollen, war aber nicht zu Hause. Bei dieser Aktion seien fünf Menschen festgenommen worden, die aber nichts mit dem anschließenden Anschlag zu tun gehabt hätten. Frankreichs Regierung ließ nach dem Anschlag die höchste nationale Sicherheitswarnstufe ausrufen. "Die Terrorgefahr ist sehr hoch", hatte Frankreichs Innenstaatsekretär Laurent Nuñez im November bei einem Besuch zu Beginn des Straßburger Weihnachtsmarkts gesagt.

Bundesinnenminister Horst Seehofer zeigt sich angesichts des Anschlags auf den Straßburger Weihnachtsmarkt zutiefst betroffen. Die Polizei habe Sprengstoff im Haus gefunden, sagte Morisse. Der Straßburger Weihnachtsmarkt sei wegen seiner Bekanntheit einfach ein prädestiniertes Ziel. Der Unterricht an Grundschulen und Vorschulen wurde ausgesetzt. Teile von Straßburg wurden abgeriegelt. Der in den vergangenen Wochen durch die "Gelbwesten"-Proteste deutlich geschwächte Staatschef Emmanuel Macron versammelt eine Krisenrunde in der Hauptstadt". Das Europaparlament setzte seine Arbeit zunächst fort. "Das war ein krimineller Anschlag auf den Frieden", sagte Parlamentspräsident Antonio Tajani zum Auftakt der Sitzung. Niemand darf das Gebäude verlassen.

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