EZB stellt Anleihekäufe zum Jahreswechsel ein

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main

Die Prognose für 2020 blieb unverändert bei 1,7 Prozent, für 2021 wird ein Zuwachs von 1,5 Prozent erwartet. In der Pressekonferenz zur Erläuterung der jüngsten geldpolitischen Beschlüsse sagte Draghi: "Wir werden LTRO weiter diskutieren".

In den vergangenen vier Jahren hatte die EZB rund 2,6 Billionen Euro in die Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen gepumpt und erwartet daraus Rückflüsse in Milliardenhöhe. Beibehalten wird auch der Strafzins von 0,4 Prozent, den Geldhäuser zahlen müssen, wenn sie bei der EZB über Nacht überschüssige Liquidität parken. "Die positive Grundstimmung gegenüber italienischen Staatsanleihen dürfte noch eine Weile anhalten", so Commerzbank-Analyst Christoph Rieger. Vor drei Monaten war die EZB noch optimistischer gewesen. Wie Draghi nun sagte, gehören Anleihenkäufe damit zu den legitimen Werkzeugen der Währungshüter und könnten in der Zukunft erneut zum Einsatz kommen. Die für 2019 vorgeschlagene Neuverschuldung von gut zwei Prozent geht der EU-Kommission aber nicht weit genug.

Als überfällig bezeichnete Hans-Walter Peters, Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, die EZB-Entscheidung, die Nettokäufe zum Jahresende einzustellen.

Überdies will die EZB ihren Leitzins noch mindestens "über den Sommer 2019" bei null Prozent halten. Für Sparer heißt das: Sie werden weiterhin wenig bis gar nichts für ihr Geld bekommen, das sie auf Tages- und Festgeldkonten liegen haben. Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, kommentiert das so: "Alle warten auf das Christkind, doch die EZB verschiebt die Bescherung". Ob er selbst noch bis zum Ende seiner Amtszeit im Herbst 2019 die Zinswende einleiten wird, ist ungewiss.

Volkswirte schließen aber dennoch nicht aus, dass sich die Währungshüter mit einem ersten Zinsschritt länger Zeit lassen könnten. Zu Spitzenzeiten waren es 80 Milliarden Euro gewesen. Draghi betonte auch, die Unsicherheiten blieben weiterhin groß.

Das entschied der Rat der Notenbank bei seiner Sitzung in Frankfurt am Main. Andererseits profitieren etwa Hausbauer von vergleichsweise günstigen Kreditkonditionen.

Aus diesem Grund hatte die EZB seit Anfang 2015 Sondermaßnahmen ergriffen, um den Risiken einer zu lang anhaltenden Phase niedriger Inflation zu begegnen und die Inflation mittelfristig wieder auf ein Niveau von unter, aber nahe 2 Prozent zu heben. Die milliardenschweren Anleihekäufe werden ab Oktober halbiert. Einen heimlichen Favoriten gibt es längst.

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