Krankenkassen für mehr Sprechstunden abends und an Samstagen ROUNDUP

Praxis geschlossen

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern flexiblere Sprechzeiten für Versicherte.

Die Krankenkassen fordern, dass Ärzte auch am frühen Abend und an Samstagen für die Patienten da sind und entsprechend Sprechstunden anbieten sollten. "Krankheiten richten sich nicht nach den Lieblingsöffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte", sagte der Vize-Vorstandschef des Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, der Deutschen Presse-Agentur. Die derzeitigen Öffnungszeiten der Arztpraxen seien nicht zufriedenstellend. Sie legt gravierende Mängel offen. Das habe eine Forsa-Umfrage unter niedergelassene Haus-, Kinderärzten sowie Augenärzten, Orthopäden, Gynäkologen und HNO-Ärzten ergeben.

Das Resultat: Viele Praxen haben am Mittwoch und Freitag nachmittags geschlossen: Freitagnachmittag hat nur noch jede fünfte Praxis geöffnet. Stackelberg sagte, die viele Arbeit außerhalb. "Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen". Die Kassen müssten ihre Versicherten besser informieren.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die rund 172 000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten vertritt, wies die Forderung vehement zurück.

Der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen entgegnete: "Die Aussagen des GKV-Spitzenverbands sind ein Schlag ins Gesicht der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und zeugen von der Ferne von Krankenkassenfunktionären zur Versorgung von Patienten". Dabei geht es nicht nur um die Nacht und die Wochenenden.

Laut KBV arbeiten niedergelassene Ärzte durchschnittlich 52 Stunden pro Woche und bieten oft mehr Sprechstunden an, als sie müssten. Die CDU-Gesundheitsexpertin Karin Maag versicherte den Ärzten nun auf SWR Aktuell: "Das Gesetz folgt dem Grundsatz, dass dort, wo mehr an Leistung angeboten wird, auch mehr bezahlt wird".

Klar, dass Ärzte ihren anstrengenden Beruf nicht rund um die Uhr ausüben können. "Die Kollegen arbeiten am Limit und oftmals darüber hinaus".

"Was würde die Ärzteschaft nur machen, wenn sie keine guten Ratschläge aus den gut klimatisierten und mit bequemen Sitzmöbeln ausgestatteten Büros des GKV-Spitzenverbandes in Berlin bekommen würden", sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Norbert Metke. Kassen und Ärzte müssten den Konflikt selbst lösen.

Auch SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach kritisierte zu kurze Sprechzeiten. Es könne nicht darum gehen, "wann es günstig für den Arzt" ist.

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