Tate Britain verbannt Männer-Kunst aus Dauerausstellung

Die Künstlerin Monster Chetwynd ist eine der Frauen deren Arbeiten im kommenden Jahr in der Tate Britain zu sehen sind. Sie hat schon jetzt die Fassade der Galerie gestaltet

Beitrag hören Bereits jetzt gestaltete die Künstlerin Monster Chetwynd für ihre Schau "Tate Britain Winter Commission" die Fassade der Tate Britain.

Maria Balshaw, Direkorin der Tate Britain, hofft, dass die Änderung den meisten Besuchern gar nicht auffällt, weil Künstlerinnen ein zentraler Bestandteil der jüngeren Kunstgeschichte sein sollten. Ab April 2019 sollen dort für mindestens ein Jahr nur noch Werke von Frauen hängen - Arbeiten männlicher Künstler werden verbannt.

Das sei eine sehr radikale Geste, sagte die Chefredakteurin der Kunstzeitschrift "Monopol", Elke Buhr, im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur. Früher sei man durch die Museen gegangen und habe Werke, die zumeist von Männern stammten, allgemein als Kunst rezipiert. Dass dieser Universalismus auch mal auf Frauen zuträfe, sei Ziel dieser Aktion, betonte Buhr.

Bridget Riley sei eine Ikone der Kunst des 20. Jahrhunderts, erklärt Buhr. Laut der Tate-Chefin würden Museen zwar Fortschritte machen und mehr Künstlerinnen zeigen, sie findet aber: "Es ging zu lange nur schleppend voran". Das Museum helfe damit, "den überholten eurozentristischen, weißen, männlichen Kanon der Kunst aufzubrechen". Sie erhoffe sich von der Initiative auch Impulse für die zahlreichen Museumsmacherinnen in Deutschland.

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