Afghanistan: Zahl der Opfer nach Anschlag in Kabul steigt auf 43

Afghanistan Kabul Eine bewaffnete Sicherheitskraft erreicht den Ort an dem eine Explosion stattfand

Zu Beginn des Angriffs am Montag ließ ein Attentäter sein Auto vor dem mehrgeschossigen Gebäude in einem östlichen Viertel von Kabul explodieren, wie Innenministeriumssprecher Nadschib Danisch sagte.

Vor dem Ministerium für öffentliches Bauwesen war am Nachmittag eine Autobombe detoniert. Danach stürmte laut Rahimi eine unbekannte Anzahl von Angreifern nahe gelegene Gebäude des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Märtyrer und Behinderte. Am Abend seien zwei der drei angegriffenen Gebäude gesichert gewesen.

Rund 260 Regierungsmitarbeiter haben die Sicherheitskräfte in Sicherheit bringen können. Das Gebiet im Osten Kabuls wurde weitläufig abgesperrt. Ob und wie viele Angreifer noch am Leben seien, sei weiter unklar.

Der Beamte berichtete, dass sich in der Nähe des Anschlagortes auch ein Büro der Vereinten Nationen befinde.

Menschen, die offensichtlich in den Regierungsgebäuden festsaßen, posteten im sozialen Netzwerk Facebook: "Sie töten alle. Es gibt kein sicheres Versteck", schrieb ein Nutzer.

Bisher bekannte sich niemand zu dem Angriff. Es ist der 22. große Anschlag in der afghanischen Hauptstadt allein in diesem Jahr. Mehr als 350 Menschen konnten schließlich befreit werden.

Seit Monaten überziehen die Taliban und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) Afghanistan mit einer Welle der Gewalt. Die Sicherheitslage hatte sich in den vergangenen Monaten weiter verschlechtert. Der Oberbefehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General Scott Miller, sagte am Sonntag, er habe keine Anweisung erhalten, Truppen abzuziehen. Weitere 30 Prozent sind umkämpft.

Asadullah Chalid und Amrullah Saleh, die das Verteidigungs- und Innenressort bis zu ihrer Bestätigung im Parlament geschäftsführend übernehmen, gelten als Hardliner im Kampf gegen die Taliban. Beide leiteten in der Vergangenheit bereits den Geheimdienst NDS.

Afghanistans Präsident Aschraf Ghani erklärte, "Terroristen" würden zivile Ziele angreifen, "um ihre Niederlage auf dem Schlachtfeld zu verbergen".

Die radikalislamischen Taliban setzen den Sicherheitskräften der Regierung stark zu, Militärkreisen zufolge fallen täglich 35 Soldaten und Polizisten in Gefechten und Anschlägen.

Vergangene Woche wurde zudem bekannt, dass US-Präsident Donald Trump rund die Hälfte der etwa 14.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten abziehen will. Dazu gab es jüngst mehrere Direktgespräche zwischen den USA und Vertretern der Taliban.

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