US-Wirtschaft - Dow Jones sackt nach Trump-Tweet ab

Bild zu New Yorker Börse

Marktteilnehmer berichteten über ein für Heiligabend ungewöhnlich schwankungs- und volumenreiches Geschäft. Seit Tagen rauschen die Kurse in den Keller, Börsianer ahnen Schlimmes für den letzten Monat dieses Jahres. Die Unruhe an den Börsen und im politischen Washington wird auch durch die Eskalation im Etatstreit zwischen Trump und den oppositionellen Demokraten geschürt. Weil die Demokraten im Senat nicht die von Trump geforderten Gelder für eine Grenzmauer zu Mexiko bereitstellen wollten, kam es zu einer Haushaltssperre, die zahlreiche Ministerien und Behörden lahmlegt.

US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge eine Ablösung von Notenbank-Chef Jerome Powell diskutiert. Der marktbreite S&P 500 sank um 2,71 Prozent auf 2351,10 Punkte, der Nasdaq 100 um 2,43 Prozent auf 5899,36 Zähler. Analysten befürchten, dass der Dezember dieses Jahres an der Wall Street der schlechteste Börsenmonat seit Anfang der 1930er-Jahre werden könnte. "Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed", schrieb er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Trump hatte die Notenbank Federal Reserve am Montag erneut angegriffen. Die Notenbanker hätten kein Gespür für den Markt: "Die Fed ist wie ein mächtiger Golfspieler, der nicht punkten kann, weil er kein Gefühl hat - er kann nicht einlochen!" Trump habe nicht die Absicht, Notenbankchef Jerome Powell zu entlassen, hatte der Politiker gesagt.

An Powell perlten diese Angriffe allerdings ab: "Nichts wird die Fed von ihrem Kurs abbringen, wenn wir denken, dass es der richtige Weg ist", erklärte er bei der jüngsten Zinsanhebung. Auf eine Frage nach der Zukunft Powells säte Trump mit seiner Antwort eher Zweifel: "Na ja, wir werden sehen".

Mnuchins Reaktion auf die Börsentalfahrt, Bankenbosse anzurufen und die Arbeitsgruppe des Präsidenten zu den Finanzmärkten einzuberufen (das sogenannte Plunge Protection Team), sorgte für Verunsicherung und wurde von Fachleuten an der Wall Street als Überreaktion angesehen. Auf die Frage, ob er Vertrauen in Mnuchin habe, sagte der Präsident: "Ja, das habe ich. Sehr talentierter Typ. Sehr schlaue Person".

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte am Sonntag kurz vor Heiligabend noch versucht, die Märkte zu beruhigen. Er habe zudem mit den Chefs der sechs größten US-Banken telefoniert, die ihm erklärt hätten, dass sie über ausreichend Liquidität verfügten.

"Wir haben Unternehmen, die grössten in der Welt, und die machen ihre Sache wirklich gut", sagte Trump weiter.

Die Talfahrt an den Börsen wird auch durch den teilweisen Stillstand der Regierungsgeschäfte beeinflusst. Der Stillstand in vielen Regierungsbehörden könnte sich bis ins neue Jahr hinziehen. Bewegung bei den Gesprächen zwischen beiden Seiten im Haushaltsstreit war zunächst nicht in Sicht. Der Markt fürchte, dass sich dies negativ auf die ohnehin schon eingetrübten Konjunkturerwartungen auswirke, hieß es von Experten.

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