Japan: Präsident Trump rät zum Aktienkauf

Zieht seit Wochen den Zorn des Präsidenten auf sich Jerome Powell Präsident der Federal Reserve der US-Notenbank

Nach dem Absturz und den Panikverkäufen an der Wall Street sind am Dienstag auch die japanischen Aktienmärkte auf Talfahrt gegangen. Die Börse in Japan war hingegen geöffnet und schloss tief im Minus.

Trotz Beschwichtigungsversuchen aus Washington hat der US-Aktienmarkt auch im verkürzten Handel am Montag seine jüngste Talfahrt ungebremst fortgesetzt. "Ich denke, es ist eine riesige Chance, zu kaufen. Wirklich eine großartige Gelegenheit zu kaufen", sagte Trump am ersten Weihnachtsfeiertag vor Reportern im Weißen Haus. Er habe zudem mit den Chefs der sechs größten US-Banken telefoniert, die ihm erklärt hätten, dass sie über ausreichend Liquidität verfügten. Die Entwicklung sei vor allem auf die Schwäche des US-Marktes zurückzuführen.

Parallel zur Talfahrt der Märkte befindet sich die US-Bundesregierung seit Samstag auch in einem teilweisen Stillstand der Regierungsgeschäfte. Gerüchte, die besagten, dass Präsident Donald Trump den Chef der Notenbank Fed entlassen wolle, seien nicht wahr, so Mnuchin.

Die wichtigsten Aktienindizes hatten bis Montagmittag weiter an Boden verloren, wobei der Dow Jones um fast 3 Prozent und der S&P 500 um rund 2,5 Prozent zurückging. Marktteilnehmer berichten über ein für den Heiligen Abend ungewöhnlich schwankungs- und volumenreiches Geschäft. Der marktbreite S&P 500 sank um 2,71 Prozent auf 2351,10 Punkte, der Nasdaq 100 um 2,43 Prozent auf 5899,36 Zähler.

Trump selbst hatte mit erneuter Kritik an der Notenbank für negative Stimmung gesorgt.

Bereits am Montag hatte Trump per Tweet die Notenbank attackiert: "Das einzige Problem, das unsere Wirtschaft hat, ist die Fed". "Die Fed ist wie ein mächtiger Golfspieler, der nicht punkten kann, weil er kein Gefühl hat - er kann nicht einlochen!" Hinzu kommt, dass der Präsident Medienberichten zufolge im privaten Kreis sogar die Möglichkeit einer Entlassung von Fed-Chef Jerome Powell diskutiert habe. Trump glaubt, dass durch unnötig hohe Zinsen die US-Konjunktur abgewürgt werden könnte.

Die erneute Erhöhung der US-Leitzinsen und der Ausblick der Notenbank Fed auf 2019 hatten die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Deren Zinserhöhungskurs macht er für konjunkturellen Gegenwind verantwortlich. Zwischen Trumps Eigenmarketing und der Kritik seiner Gegner liegen Welten. "Sie erhöhen die Zinsen zu schnell, das ist meine Meinung", sagte Trump.

Die Börsen beruhigen konnte Mnuchin mit seinem Vorgehen nicht.

Mnuchins Reaktion auf die Börsentalfahrt, Bankenbosse anzurufen und die Arbeitsgruppe des Präsidenten zu den Finanzmärkten - das "Plunge Protection Team" einzuberufen - sorgte für Verunsicherung und wurde in Wall-Street-Kreisen als Überreaktion angesehen. "Sehr talentierter Typ. Sehr schlaue Person".

Trumps Finanzminister Steven Mnuchin hatte am vergangenen Wochenende versucht, einzugreifen und die Märkte zu beruhigen. Doch Spekulationen, dass Trump in die Arbeit der eigentlich unabhängigen Notenbank eingreifen könnte, schürten die Verunsicherung an den Börsen. Die Unruhe verstärkte sich noch. Der Stillstand in vielen Regierungsbehörden könnte sich bis ins neue Jahr hinziehen. Trump erklärte am Dienstag, er könne nicht sagen, wann der sogenannte Shutdown vorbei sein werde. Weil die Opposition im Senat nicht die von Trump geforderten Gelder für eine Grenzmauer zu Mexiko bereitstellen wollten, kam es zu einer Haushaltssperre, die zahlreiche Ministerien und Behörden weiter lahmlegt. Bewegung bei den Gesprächen zwischen beiden Seiten im Haushaltsstreit war zunächst nicht in Sicht. Der Markt fürchtet, dass sich dies negativ auf die ohnehin schon eingetrübten Konjunkturerwartungen auswirke, hiess es von Experten.

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