Raketen und Böller an Silvester - Einige Städte verbieten Feuerwerk

Am 28. Dezember hat bundesweit der Verkauf von Silvester Feuerwerk begonnen

Um Unfälle und Brände zu vermeiden, appelliert Landrat Winfried Becker an alle Silvesterfans, vorsichtig und sachgemäß mit pyrotechnischen Gegenständen und Feuerwerkskörpern umzugehen. In diesem Jahr war sie auch schon beim Münchner Umweltreferat sowie auf den städtischen Bürgerversammlungen zu Gast. Aber muss wirklich jeder Nachbar das neue Jahr mit dem fünfzigteiligen Böllerpack für 1,99 Euro vom Discounter begrüßen?

Das Umweltbundesamt warnte derweil vor der Feinstaubbelastung durch das Silvesterfeuerwerk.

Darf man überall sein Feuerwerk zünden?

Dass in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Seniorenheimen kein Feuerwerk gezündet werden darf, ist ein grundsätzliches Verbot und eigentlich allgemein bekannt. Bei der Frage, ob Feuerwerk und Böller an Silvester verboten werden sollen, sind die Deutschen laut Statistik-Portal "Statista" allerdings gespalten: Während 44 Prozent auf diesen Brauch nicht verzichten wollen, sind 47 Prozent dagegen.

Tatsächlich entstehen nach Angaben des Umweltbundesamts 4500 Tonnen des Feinstaubs PM10 (Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von zehn Mikrometer oder kleiner) in der Silvesternacht. Das entspricht ungefähr 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Menge.

Der viele Feinstaub in der Luft ist einer der Gründe, warum zahlreiche Städte Feuerwerke in der Innenstadt verbieten.

Die Stadt Hannover hat ebenfalls ein Feuerwerksverbot verabschiedet, das für die Innenstadt besteht.

Die Hälfte davon entfällt laut Verbandsangaben auf Batterien und Verbundfeuerwerke, ein Fünftel auf Raketen. "Dieses Jahr liegen schnell geschossene Batterien im Trend", sagte Joschi Glootz, Pyrotechniker und Inhaber des Feuerwerk-Fachhandels "Pyro Piraten" in Stuttgart. Die Verletzungen reichen von leichten Verbrennungen bis zu Amputationen. Verletzungen wegen Böllern könnten zu lebenslangen Behinderungen etwa an der Hand führen, warnte der Vorsitzende des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst (DBRD), Marco K. König. Das heißt, dass die Kracher nach Anzünden jederzeit hochgehen können - also auch in der Hand.

Ein "Rewe" aus Adenau (Rheinland-Pfalz) hat zuletzt eine ähnliche Aktion gegen den Kauf von Böllern beziehungsweise Feuerwerk gestartet.

Doch nicht nur die Herkunft der Knaller, auch das falsche Hantieren damit kann den Fachleuten zufolge böse enden. BAM-Expertin Heidrun Fink betont, dass Raketen keinesfalls aus der Hand abgefeuert und Böller nicht geworfen werden dürften. Insbesondere illegale Feuerwerkskörper aus dem Ausland, wie sogenannte Polenböller, seien lebensgefährlich, sagte er.

Mindestabstand einhalten: Weil leere Flaschen für den Raketenstart oft zu unstabil seien, stellt sie eine Sektflasche für zusätzlichen Halt noch in eine Getränkekiste.

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) hat die zunehmenden Verbote von Silvesterfeuerwerken in großen Städten kritisiert. Und natürlich sollte man besonders auf Kinder achten. Das rät die Aktion "Das sichere Haus".

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