Viele Nachteile für alte Diesel :VW warnt vor Hardware-Nachrüstung

Volkswagen rät Kunden von Hardware-Nachrüstung

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte am Freitag technische Vorschriften für Hardware-Nachrüstungen vorgelegt.

Ein Euro-5-Auto mit einer elf Jahre alten Motorengeneration auf den Stand eines modernen Euro-6-Fahrzeugs aufzurüsten, ist laut VW aus technischer Sicht nicht möglich. "Das Fahrzeug wird sehr wahrscheinlich mehr verbrauchen, an Leistung verlieren und auch lauter werden", erklärte VW-Entwicklungschef Frank Welsch am Freitag.

Das deutsche Verkehrsministerium hatte zuvor ein 30-seitiges Papier veröffentlicht, in dem die technischen Anforderungen für Hardware-Nachrüstungen aufgeführt werden. Die Vorschriften sollen Anfang Januar 2019 im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Daimler hatte erklärt, die Nachrüstung müsse durch einen Drittanbieter entwickelt und angeboten und vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zertifiziert und zugelassen werden: "Sie muss nachweislich dazu berechtigen, in bestimmten Städten auch in Straßen mit Fahrverboten einzufahren".

Laut Scheuer hätten die Entwickler der Nachrüstsysteme gesagt, sie bräuchten sechs Monate. In vielen Städten werden Schadstoff-Grenzwerte überschritten, eine Hauptursache sind Dieselabgase. Demnach müssen die Hersteller bestätigen, dass das Nachrüstsystem 100.000 Kilometer oder fünf Jahre lang funktionsfähig ist. Außerdem werde der Richtwert von 270 mg/km NOx bei nachgerüsteten Fahrzeuge nicht immer unterschritten.

Dieser Wert ist wichtig, weil die Bundesregierung festschreiben will, dass Diesel-Fahrzeuge der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 künftig von Fahrverboten ausgenommen werden - falls diese im Alltag nicht mehr als 270 Milligramm Stickstoffdioxid je gefahrenem Kilometer ausstoßen. Ein durch die neue Hardwaretechnik möglicherweise steigender Spritverbrauch könne durch Software-Einstellungen ausgeglichen werden, dies hätten Experten nachgewiesen.

Scheuer hatte im November mit den deutschen Herstellern nach langem Ringen einen Kompromiss über zusätzliche Maßnahmen erzielt. Demnach soll die Erneuerung der Diesel-Flotte im Vordergrund stehen. Die Autobranche hatte höhere Kaufanreize für Kunden auf den Weg gebracht, die ihr altes durch ein neues Dieselauto ersetzen.

Die Umrüstungen sind Teil eines Maßnahmenpakets der Regierung für bessere Luft. Unklar ist derzeit allerdings noch die Kostenübernahme für den Einbau. Vor allem bei kompakten Fahrzeugen steht auch der entsprechend notwendige Bauraum für Hardware-Nachrüstlösungen gar nicht oder nur mit Einschränkungen im Innenraum zur Verfügung.

Die Autoindustrie will aber keine Gewährleistung für umgerüstete Diesel übernehmen. Dem Autoclub liegen noch keine Informationen über die Auswirkungen der Nachrüstungen auf Verbrauch, Leistungsverlust und Lautstärke vor, erklärte ein Sprecher gegenüber BILD. Damit sei zumindest rechtlich ein wichtiger Schritt für den Umbau älterer Diesel-Pkw erfolgt. "Wir können keine Garantie für ein Fahrzeug übernehmen, in das nachträglich Abgasreinigungssysteme Dritter eingebaut wurden", sagte der Präsident des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, der "Welt". Der Kunde und der Nachrüster trügen die Verantwortunge bei möglichen Flogeschäden einer Umrüstung.

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