Markteintritt: Russischer Hartdiscounter Mere kurz vor dem Start

Wenige Tage vor der Eröffnung eines neuen Discounters in Leipzig stehen Paletten mit Waren hinter den Fenstern

Der russische Discounter Torgservis will den deutschen Lebensmittelmarkt aufmischen, um Aldi und Co. Mit niedrigen Preisen und spärlichem Design sollen Kunden erst in der Messestadt und später in ganz Ostdeutschland angelockt werden. Die Gestaltung der Verkaufsfläche soll sehr schlicht gestaltet sein: "Unser Anspruch als Discount-Markt soll sich auch in unserer Ladenausstattung widerspiegeln". Der Kunde greift die Ware direkt von der Palette ab. Dabei wirbt das Unternehmen mit dem Motto "Jeden Tag nur Tiefstpreise". Allerdings soll das Sortiment aus zu 90 bis 95 Prozent aus russischen Eigenmarken bestehen. Der Rest sind Tierbedarf, Haushaltswaren, Drogerieartikel und Bekleidung.

Das 2009 gegründete Unternehmen, das nach eigenen Angaben vor allem in Russland sowie einigen Staaten Osteuropas und Asiens 928 Filialen betreibt, gibt sich verschlossen. Auf Nachfrage werden keine Angaben zur Strategie und den Ausbauplänen gemacht. "Im Gegensatz zu Russland muss das Unternehmen in Deutschland die hohen Standards des Lebensmittelgesetzes und die Anforderungen an die Lebensmittelqualität erfüllen, gleichzeitig aber Produkte zu erschwinglichen Preisen verkaufen", heißt es in Berichten.

Für den Marketingexperten Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf ist das kein Zufall: "Ich glaube, dass es eine Kundschaft in manchen Regionen Deutschlands für einen solchen Discounter gibt".

Es ist nicht der erste Anlauf eines ausländischen Einzelhändlers den anspruchsvollen deutschen Markt zu erobern.

Die Vergangenheit gibt ihm recht: Auch Wal-Mart, Intermarché (mit Spar) und Real scheiterten mit einem ähnlichen Konzept. Der Plan ist, die etablierten Ketten beim Preis zu unterbieten. Die deutschen Märkte kümmern seit geraumer Zeit darum, das "Billig-Image" los zu werden. Doch funktioniert hat es offenbar nicht.

Ob es nun dem russischen Discounter Torgservis gelingt, bleibt abzuwarten.

Die Branchenriesen könnten sicher akzeptieren, wenn der Konkurrent günstiger bei geringerer Qualität wäre. "Ich gehe davon aus, dass Aldi und Lidl den Start beobachten", sagt Matthias Queck von Retailytics, der Analystengruppe der Lebensmittel Zeitung. Dort hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren zunächst in den russischen Regionen entwickelt. Wenn jemand bei vergleichbarer Qualität günstiger sei, werden die Marktführer "vehement zurückschlagen", meint er. So hängt an der Fensterfront ein Zettel auf dem Verkäufer/innen für die Kasse sowie die Regalpflege und das Einräumen der Ware gesucht werden.

Weitergehende Anfragen dazu hat das Unternehmen allerdings nicht beantwortet.

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