Preis für Gabalier sorgt in München für Wirbel

8222;Ein schockierender Fehlgriff“, sagt Alt-OB Christian Ude - Narrhalla-Vize Günter Malescha „Vorwürfe sind unhaltbar“

Andreas Gabalier erzürnt Fans von Karl Valentin: Die Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla möchte ihm den Karl-Valentin-Orden überreichen.

Das sieht Sabine Rinberger, die Direktorin des Valentin-Karlstadt-Museums, anders.

Andreas Gabalier, der Grazer Brunzen-und-Boden-Barde mit französischen Vorfahren, und Karl Valentin, der aus Sachsen stammende Ur-Münchner, haben also auf den ersten Blick wenig gemeinsam - und auf jeden weiteren noch weniger. Ihrer Meinung nach habe die Kunstform Gabaliers nichts mit der von Valentin zu tun.

Karl Valentin (1882-1948) war einer der berühmtesten Komiker Deutschlands. Der eine füllt in München mühelos das Olympiastadion mit Zehntausenden Menschen und geht nach eigenen Angaben mit "der schwersten Bühne Europas" auf Tour; der andere war ein Hungerkünstler und beklagte sich 1947, im Jahr vor seinem Tod: "Alle anderen mit Ausnahme der Eskimos und Indianer haben mehr Interesse an mir als meine ‚Landsleute'". Die Preisverleihungsveranstalter sehen in dem Lied eine Anknüpfung an das Valentin-Zitat: "Fremd ist der Fremde nur in der Fremde".

Für Rinberger ist das "der Gipfel". "Die Narrhalla schmückt sich mit Leuten". Er fordert im Bayrischen Rundfunk: "Sollen sie den Orden halt einfach umbenennen". So werde Karl Valentins Name nicht weiter missbraucht. Die Münchner "tz" zitiert zudem Rechtsanwalt Gunter Fette, der im Auftrag der Familie Valentins dessen Nachlass verwaltet: "Es ist nicht hinzunehmen, dass Gabalier mit seinem offenkundigen Spiel mit faschistischen Symbolen wie dem nachgestellten Hakenkreuz auf dem CD-Cover, seiner Frauenfeindlichkeit und seiner Homophobie mit dem Namen Karl Valentins in Verbindung gebracht wird". Ordensträger mit dem Karl Valentin Orden 2019 ausgezeichnet. Dieser wird jährlich an eine Persönlichkeit aus Politik, Kunst, Wissenschaft, Literatur oder Sport verliehen.

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