Dammbruch in Brasilien: Helfer finden immer mehr Tote

Bild zu Damm an Eisenerzmine in Brasilien gebrochen

Hubschrauber kreisten über den Schlammmassen und suchten nach Überlebenden. 37 Leichen hatten die Bergungskräfte bis zum frühen Sonntagabend (Ortszeit) aus Trümmern und Schlamm gezogen. Rund 250 Menschen wurden nach dem Unglück noch immer vermisst, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Zahl der Toten dürfte demnach noch steigen.

Vorübergehend hatten die Einsatzkräfte ihre Arbeit in Brumadinho am Sonntag unterbrochen, weil ein weiterer Dammbruch drohte.

Einsatzkräfte suchen wieder weiter nach Verschütteten, nachdem der Minenbetreiber wegen erhöhter Wasserstände an einem Rückhaltebecken Alarm ausgelöst hatte. Sie begruben Menschen, Häuser und Tiere unter sich. Eine schlammverschmierte Kuh stakst zwischen Schutt, mitgerissenen Ästen und nasser Erde umher. "Das ist nicht fair".

Die Dammbruch-Katastrophe hatte sich am Freitag in der Gemeinde Brumadinho im südöstlichen Bundesstaat Minas Gerais ereignet. Israel schickte am Sonntag 130 Soldaten und 16 Tonnen Material an die Unglücksstelle, um bei den Such- und Bergungsarbeiten zu helfen. "Leben zu retten ist keine Frage der Entfernung, sondern wie weit zu gehen du bereit bist", schrieben die Streitkräfte vor dem Abflug Richtung Brasilien auf Twitter. Ob und wie viele Menschen darin saßen, sei noch nicht bekannt. "Wir tun alles, um die Sicherheit und Stabilität der Dämme sicherzustellen", sagte Vale-Chef Schvartsman in einer Erklärung. Der TÜV Süd hatte die Dämme im vergangenen Jahr geprüft, wie das Unternehmen in München auf Anfrage bestätigte.

"Wir werden die Ermittlungen vollumfänglich unterstützen und den Ermittlungsbehörden alle benötigen Unterlagen zur Verfügung stellen", teilte der TÜV Süd mit.

Wie es genau zu dem Unfall kam, blieb zunächst unklar.

Vale-Präsident Fabio Schvartsman sprach von einer "fürchterlichen Tragödie". Laut dem Nachrichtenportal "G1" ordnete die Justiz in Minas Gerais an, Bankguthaben des Konzerns Vale in Höhe von 270 Millionen Dollar einzufrieren, um damit mögliche Entschädigungszahlungen zu finanzieren. Insgesamt ergossen sich nach Angaben von Vale rund zwölf Millionen Kubikmeter Schlamm über die Anlage und die nahe liegenden Siedlungen. Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro sagte, die Nationale Wasseragentur koordiniere Maßnahmen, um die Versorgung der Städte sicherzustellen, die Wasser aus dem nahe gelegenen Paraopeba-Fluss gewönnen, der ebenfalls von der Schlammlawine getroffen worden sei.

Umweltgruppen und Aktivisten sagten, das Unglück zeige, dass Bergbauunternehmen nicht hinreichend kontrolliert und reguliert würden.

Angesichts der Katastrophe und möglicher Umweltschäden rief die Naturschutzorganisation WWF deutsche Unternehmen dazu auf, Verantwortung zu übernehmen.

Die Chancen, einen Tag nach dem Unglück noch Überlebende zu finden, seien aber sehr gering, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Minas Gerais, Romeu Zema. Der 1976 gebaute Damm sollte abgebaut werden, in das betreffende Rückhaltebecken waren nach Unternehmensangaben seit drei Jahren keine neuen Abfallprodukte aus der Eisenerzproduktion mehr eingeleitet worden. 19 Menschen kamen ums Leben. Betreiber der Mine in Mariana: Vale und das australische Bergbauunternehmen BHP Billiton. Bis in den Atlantik floss die braunrote Brühe. "Das ist kein Unfall, sondern ein Umweltverbrechen, das bestraft werden muss".

Auf der Suche nach Überlebenden des verheerenden Dammbruchs an einer Eisenerzmine im Südosten Brasiliens haben Helfer im Schlamm einen Bus gefunden. Später durften sie zurückkehren.

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