Riesiger Hohlraum unter Antarktis-Gletscher entdeckt

Mit neuen Satelliten der Nasa sei es nun erstmals möglich gewesen die Veränderung des Gletschers und das Ausmaß des Hohlraums genau zu messen

In einem Gletscher in der Antarktis wächst ein riesiger Hohlraum in Rekordgeschwindigkeit. Die wassergefüllte Kaverne unter dem Thwaites-Gletscher ist zehn Kilometer lang und 350 Meter hoch. Das sei eine verstörende Entdeckung, teilte die NASA mit. Denn bisher gingen diese von nicht wachsenden, eher statischen Hohlräumen unter dem Eis aus.

Einem Bericht der NASA vom 30. Januar 2019 zufolge entstand der gewaltige Hohlraum innerhalb der vergangenen drei Jahre. Das Gestein unter dem Gletscher liegt in Küstennähe deutlich tiefer als der Meeresspiegel. Thwaites-Gletscher ist bereits jetzt für etwa vier Prozent des globalen Meeresspiegelanstiegs verantwortlich. Das Ausmaß dieses wassergefüllten Hohlraums überraschte selbst die Forscher: "Wir haben zwar seit Jahren vermutet, dass der Thwaites-Gletscher nicht fest mit dem Untergrund verbunden ist", sagt Koautor Eric Rignot von der University of California in Irvine. Der grösste Teil des Eises sei innerhalb der letzten drei Jahre durch eindringendes Meerwasser geschmolzen, schreiben die Forscher.

"Dank einer neuen Generation von Satelliten können wir endlich die Details sehen", so Rignot.

Seit 2010 beobachten NASA-Satelliten den Gletscher mit hochauflösendem, Eis durchdringendem Radar, da eine langfristige Beobachtung des antarktischen Gletscherschildes vom Boden aus nicht möglich ist. Dazu zählen Fließgeschwindigkeit und Oberflächenhöhe.

"Die Grösse der Höhle unter dem Gletscher spielt eine wichtige Rolle beim Schmelzvorgang", sagt Erstautor Pietro Milillo. Außerdem stabilisiert der Thwaites weitere Gletscher, deren vollständiges Abschmelzen den Meeresspiegel laut Nasa um 2,4 Meter anheben würde.

Würde der gesamte Gletscher wegschmelzen, könnten die Weltmeere um etwa 65 Zentimeter ansteigen, heißt es in der NASA-Mitteilung. "Je größer er ist, desto mehr Wärme gelangt unter das Eis und desto schneller schmilzt es".

Die Auswirkungen des enormen Hohlraums sind am Thwaites-Gletscher bereits deutlich sichtbar: Weil seine Westseite unterhöhlt ist, bewegt sich die Eiszunge mit den Gezeiten auf und ab. Wissenschaftler wollen die abgelegene Region um den Thwaites in den kommenden Jahren weiter untersuchen, um die Vorgänge am Gletscher besser zu verstehen und exaktere Prognosen für die weitere Entwicklung treffen zu können.

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