Germania beantragt Insolvenz und stellt Flugbetrieb ein

Die Flugzeuge der Germania müssen am Boden bleiben

Vor etwa einer Woche teilte ein Unternehmenssprecher mit, dass Germania seinen Mitarbeitern bisher noch kein Januargehalt gezahlt habe.

Für Januar wurden bereits keine Gehälter mehr ausgezahlt. Die Zukunft von 1100 Mitarbeitern ist derzeit ungewiss.

Die deutsche Germania Fluggesellschaft mbH und ihre Konzernschwestern Germania Flugdienste GmbH und Germania Technik Brandenburg GmbH meldeten laut Unternehmensangaben am 4. Feber 2019 beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz an.

Karsten Balke, CEO der Germania Fluggesellschaft, sagt: "Leider ist es uns nicht gelungen, unsere Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen". Der letzte Flug erfolgte von Fuerteventura nach Nürnberg. Die Schweizer Germania Flug AG und die Bulgarian Eagle sind von dem Schritt nicht betroffen. Die Maschine ist in der vergangenen Nacht um 1.08 Uhr in Nürnberg gelandet.

Jenen Fluggästen, die von der Einstellung des Flugbetriebs betroffen seien, gab das Unternehmen noch folgende Ratschläge auf den Weg: Wer den Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht habe, könne sich zur Organisation einer Ersatzbeförderung direkt an den jeweiligen Reiseveranstalter wenden. Für Passagiere, die ihr Flugticket direkt bei Germania gekauft hätten, bestehe hingegen aufgrund der Gesetzeslage "bedauerlicherweise kein Anspruch auf Ersatzbeförderung", hieß es.

Zu den Koordinatoren der Investorengruppe soll dem Medienbericht zufolge auch der frühere Air-Berlin-Chef Joachim Hunold gehören.

Mitte Januar musste die Fluggesellschaft finanzielle Probleme einräumen. Die Finanzierungslücke wurde mit 15 Millionen Euro angegeben.

Germania ist eine deutsche Fluggesellschaft mit einer mehr als 30-jährigen Geschichte.

Als Grund für die Schieflage machte die Unternehmensführung Mitte Januar das allgemeine wirtschaftliche Umfeld verantwortlich. Die Airline begründet den finanziellen Engpass mit massiven Steigerungen der Kerosinpreise und mit einer "außergewöhnlich hohen Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte". Branchenkenner aber berichten, dass die Familie des 2005 verstorbenen Germania-Gründers Hinrich Bischoff heillos zerstritten sei. Nach eigenen Angaben transportiert die Airline mit dem grün-weißen Logo jährlich mehr als vier Millionen Passagiere auf der Kurz- und Mittelstrecke.

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