ROUNDUP 2: Wirecard wehrt sich gegen Vorwürfe - Singapur-Prüfung kurz vor Ende

ROUNDUP 2: Wirecard wehrt sich gegen Vorwürfe - Singapur-Prüfung kurz vor Ende

Die Berichte über angebliche Betrugsfälle beim deutschen Bezahldienstleister Wirecard haben die Polizei in Singapur auf den Plan berufen. Laut dem Vorstandschef hat sich jedoch der größte Teil der Vorwürfe quasi in Luft aufgelöst: Die Prüfer hätten für die angeblichen Manipulationen gar keine entsprechenden Kontenbewegungen gefunden. Auch über dessen Vorwürfe, von denen Leerverkäufer von Wirecard-Aktien massiv profitierten, hatte zuerst die "Financial Times" berichtet.

Das Unternehmen wies die Anschuldigungen vehement zurück. Der Vorstandsvorsitzende von Wirecard, Markus Braun, widersprach nochmals ausdrücklich der Berichterstattung der "Financial Times". Wenn der Schlussbericht der Kanzlei vorliege, werde ihn Wirecard auch veröffentlichen. Die Juristen fanden demnach Belege für "schwere Vergehen" wie Urkundenfälschung.

Der Verdacht wiegt schwer: gefälschter Buchführung, Betrug, Korruption und Geldwäsche.

Die Finanzaufsicht Bafin überprüft den Fall seit vergangener Woche auf Marktmanipulation - derart kräftige Kursturbulenzen sind vor allem bei Mitgliedern im Leitindex Dax ungewöhnlich. Am frühen Nachmittag hatte das Papier zwischenzeitlich über 20 Prozent gewonnen, bevor sich die Kursgewinne im Laufe des Tages wieder abschwächten.

Wirecard räumte ein, dass ein Mitarbeiter in Singapur im April 2018 Bedenken wegen angeblicher Handlungen eines anderen Mitarbeiters intern gemeldet habe. Es sei dabei um Umsätze von insgesamt 6,9 Millionen Euro und Gesamtkosten von 4,1 Millionen Euro gegangen. Eine interne Untersuchung habe keine Beweise für die Behauptungen erbracht, sondern deute eher darauf hin, dass es hier um einen Streit zwischen Mitarbeitern gehe. Die Kanzlei habe den Hinweisgeber nach einem Gespräch zunächst für glaubwürdig gehalten und daraufhin Mitte Mai 2018 den Auftrag erhalten, der Sache genauer auf den Grund zu gehen. Diese sei inzwischen fast abgeschlossen.

Die Affäre ausgelöst hatte nach Darstellung von Wirecard ein Mitarbeiter in Singapur.

Laut Wirecard beruhten die Berichte der Zeitung nicht auf dem Ergebnis der Untersuchung sondern auf "einer Zusammenfassung der Vorwürfe, bevor Rajah und Tann von uns mandatiert wurde", wie Braun sagte. "Wir mussten in der Buchhaltung keinerlei Korrekturen oder Anpassungen vornehmen", hatte Braun bereits dem "Handelsblatt" gesagt. "Ich glaube, wir können bald wieder normal an die Arbeit gehen". Die Hinweise in Singapur seien der einzige Verdachtsfall im Bereich der Rechnungslegung in den vergangenen fünf Jahren. Seitdem kamen aber viele Kunden aus anderen Branchen hinzu - Aldi und TUI etwa, Lufthansa oder O2.

Wirecard war 1999 auf dem Höhepunkt der Internetblase gegründet worden und konzentrierte sich schnell auf den Zahlungsverkehr im Internet.

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