Porsche-Betriebsratschef Hück tritt ab - aus überraschendem Grund | Wirtschaft

Vom Lackierer zum Betriebsratsvorsitzender der Porsche AG- Uwe Hück. Quelle dpa

Ein leiser Abschied wäre nicht sein Stil gewesen. Mit einem Paukenschlag verabschiedet sich Porsches streitbarer Betriebsratschef Uwe Hück - vorerst. Zumindest in Baden-Württemberg dürfte man bald wieder von ihm hören.

Zwischen der Südwest-SPD und dem scheidenden Chef des Porsche-Gesamtbetriebsrats, Uwe Hück, scheint das Tischtuch zerschnitten: Grund ist die Ankündigung des prominenten SPD-Mitglieds, sich in diesem Jahr mit einer eigenen Liste um einen Sitz im Pforzheimer Gemeinderat bewerben zu wollen.

"Ich will in die Politik gehen", sagte der 56-Jährige am Montag bei einer Mitarbeiterversammlung in Stuttgart.

Er habe in seinem Leben so viel erreicht, dass es Zeit sei, etwas davon der Gesellschaft zurückzugeben und sich ganz in den Dienst der Hilfe für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu stellen, sagte Uwe Hück zu seiner Entscheidung. "Wir brauchen Arbeit und wir brauchen vernünftige Arbeit und ich hasse, wenn wir gegen den Diesel und gegen alle Automobilfirmen sind". "Wenn sie mich rausschmeißen wollen, sollen sie es tun - das ist mir Pforzheim wert", sagte Hück der Zeitung.

Der Pforzheimer SPD-Fraktionschef Ralf Fuhrmann sagte den Zeitungen zu Hücks Ambitionen: "Wenn er als SPD-Mitglied eine eigenständige Liste aufmacht, müsste das Folgen für die Parteizugehörigkeit haben".

Uwe Hück ist auf verschiedene Weise gemeinnützig tätig, unter anderem beim FSV Buckenberg 1921 und in seiner eigenen Lernstiftung Hück.

Frankfurt (Reuters) - Der langjährige Betriebsratschef des Sportwagenbauers Porsche, Uwe Hück, kehrt der Autoindustrie überraschend den Rücken. In diese Zeit fiel die gescheiterte Übernahme von Volkswagen durch Porsche, an deren Ende Porsche stattdessen eine VW-Tochter wurde. Zuletzt setzte er sich dafür ein, dass die Produktion des Elektro-Modells Taycan nach Stuttgart kommt, indem die Mitarbeiter zunächst auf Teile der Tariferhöhung verzichten. Im Gegenzug sollen 1200 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche würdigte Hück als "streitbar und kampfeslustig, aber immer auch sehr wirtschaftlich denkend". Hück habe viel für die Porsche-Belegschaft im Unternehmen geleistet, und sein Wort habe auch in der Politik Gewicht. Hück selbst wuchs in einem Kinderheim auf.

Hück möchte von allen seinen Ämtern bei Porsche zurücktreten, seine Tätigkeiten im Stiftungswesen verstärken und in die Politik eintreten. Nachfolger als Vorsitzender des Betriebsrats werde sein bisheriger Stellvertreter Werner Weresch, erklärte Porsche. Fest steht: Hück hat vom Waisenkind bis zum führenden Arbeitnehmervertreter eines der bekanntesten Konzerne weltweit eine einzigartige Vita vorzuweisen.

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