Zahlungsabwickler: Polizei durchsucht Wirecard-Büros in Singapur - Aktie bricht erneut ein

Wirecard Financial Times Dax

Nur wenig später geriet die Wirecard-Aktie an der Frankfurter Börse erneut unter massiven Beschuss mutmaßlicher Spekulanten.

Die Polizei in Singapur hat nach einer Serie von Berichten über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten bei Wirecard am Freitag die Räumlichkeiten des Zahlungsabwicklers in dem asiatischen Stadtstaat durchsucht. Wirecard dementierte ebenso scharf wie in den Vortagen: "Nichts an dem heute erschienenen Bericht ist wahr", hieß es in der Stellungnahme der Konzernzentrale.

Die interne Untersuchung von Vorwürfen rund um Bilanzunregelmäßigkeiten werde weitergeführt und die Ergebnisse öffentlich gemacht, teilte Wirecard mit.

Schon am Montag hatte Wirecard in Bezug auf vorausgegangene Meldungen erklärt, dass eine Untersuchung der Anwaltskanzlei Rajah & Tann in Singapur keinerlei Belege für ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten gefunden habe. Das Unternehmen habe seine vollständige Kooperation mit den Behörden zugesagt.

Vertreter des Konzerns hätten sich am Freitagmorgen mit den Strafverfolgungsbehörden in der Unternehmenszentrale in Singapur getroffen und der Polizei Unterlagen zu den Ermittlungen über "verleumderische Vorwürfe" in den Berichten der "Financial Times" übergeben. Wirecard hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Man arbeite eng mit der Polizei zusammen. Der Zahlungsanbieter sieht sich als Opfer einer Verleumdungskampagne und geht gegen die Financial Times juristisch vor. Wirecard gibt sich gelassen. Diese sei aber im Wesentlichen abgeschlossen. "Wir haben alles aufgearbeitet. Wir mussten in der Buchhaltung keinerlei Korrekturen oder Anpassungen vornehmen", hatte Vorstandschef Markus Braun zu Wochenbeginn noch dem "Handelsblatt" gesagt.

Nach einem mehrtägigen Aktienbeben beim Dax-Neuling Wirecard hat die Münchner Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf kriminelle Kursmanipulation durch die Konzernspitze. "Wir sehen derzeit keinen ausreichenden Anfangsverdacht, um ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der Wirecard AG einzuleiten", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Freitag.

Related:

Comments

Latest news

HINTERGRUND 2: Bedrohen chinesische Zulieferer wie Huawei die Netze-Sicherheit?
Doch offenbar will Deutschland die Handelsbeziehungen zu China nicht belasten, indem man den Hersteller mit einem Embargo belegt. Huawei ist einer der weltweit größten Telekommunikationsausrüster, unter anderem wegen seiner günstigeren Preise.

Porsche-Betriebsratschef Hück tritt ab - aus überraschendem Grund | Wirtschaft
Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche würdigte Hück als "streitbar und kampfeslustig, aber immer auch sehr wirtschaftlich denkend". Nachfolger als Vorsitzender des Betriebsrats werde sein bisheriger Stellvertreter Werner Weresch , erklärte Porsche .

Michael Wendler: Erste Liebes-Selfies mit 18-jährigen Freundin
Jetzt hat es der Wendler endlich offiziell gemacht! Jetzt macht Michael Wendler seine neue Beziehung auf Instagram offiziell. Pikant an Michaels neuer Liasion: Die Schülerin Laura ist stolze 28 Jahre jünger als der "Sie liebt den DJ"-Interpret".

Vom Pop-Titan zum Blogger: Dieter Bohlen wird 65
Deshalb habe ich mir, All I want' ausgesucht. "Damit kann ich ganz viel zeigen", sagt Kepser im Gespräch mit unserer Redaktion. Er steht für Pop und fiese Sprüche - Dieter Bohlen ist einer der erfolgreichsten Musikproduzenten Deutschlands.

Autorin vieler Liebesromane: Rosamunde Pilcher gestorben
Ausgelöst wurde dieser primär durch die in Südengland angesiedelten deutschsprachigen Verfilmungen ihrer Romane. Nach einer kurzen Krankheit ist die Bestsellerautorin Rosamunde Pilcher in der Nacht zum Donnerstag gestorben.

Other news